Posts Tagged ‘menschenrechte’

Landkreis #Holzminden ist #sichererHafen #Seebrücke

Juni 25, 2019

Landkreis Holzminden ist sicherer Hafen 🙂✊

Wieder ein kleiner Erfolg im Kampf gegen das Sterben im Mittelmeer.

#Seebrücke #Holzminden #sichererHafen

twitter.com/seebruckee/status/1143602259466629120

#Inclusion ist auch in Garzweiler nicht unmöglich #EndeGelände #AlleGegenRWE

Juni 22, 2019

Nach erfolgreicher Blockade wird der bunte Finger im Camp mit lautem Jubel begrüßt! Dieses Jahr gab es zum ersten mal die Möglichkeit, im Rollstuhl an Blockaden teilzunehmen #EndeGelaende #AlleGegenRWE

twitter.com/ende__gelaende/status/1142453660779188224

Herausgeber auf Twitter @p4f_hamburg und hoffentlich richtig geschrieben :)

Mai 22, 2019

📢EXTRABLATT📢

Unser 2. Newsletter ist raus, diesmal mit folgenden Themen:

💚 Globaler Streik am 24.5.

💚 Europawahl ist #Klimawahl

💚 Ergebnisse U18-Wahl

💚 IrRWEge stoppen

Lesen, teilen, streiken, wählen 💪

hamburg.parentsforfuture.cloud/newsletter/PFF…

#voteclimate

#FridaysForFuture

twitter.com/p4f_hamburg/status/1131139874885709824

Erhalten per Mail via Fluchtliste: 25 Jahre Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e. V.

Mai 18, 2019

25 Jahre Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.

 

Büren – Am 19. 5. 1994 wurde der Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V. gegründet. Seitdem unterstützt er die Gefangenen in der Abschiebehaftanstalt Büren, legt Zeugnis ab über Missstände in der Haft und verfolgt mit seiner Öffentlichkeitsarbeit das Ziel, Abschiebehaft abzuschaffen.

Jeden Donnerstag besuchen die aktiven Betreuer und Betreuerinnen des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V. die Gefangenen der größten Abschiebehaftanstalt Deutschlands. Dabei werden sie mit unterschiedlichen Problemen der Gefangenen konfrontiert.  Regelmäßig stellen die Gefangenen die Frage, warum sie überhaupt inhaftiert sind. Sie können sich nicht vorstellen, dass man in Deutschland bis zu 18 Monate inhaftiert werden kann, ohne dass man eine Straftat begangen hat. Eine andere drängende Frage ist natürlich, wie man es erreichen kann, aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Der Verein hilft bei der Suche nach einem Rechtsanwalt und bespricht mit den Gefangenen die Gerichtspapiere. „Wir müssen feststellen, dass in über 50 Prozent der Fälle, die wir begleitet haben, höhere Gerichte die Haft für unrechtmäßig erklärt haben“, so Frank Gockel, Pressesprecher des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren.

Der Verein hat in der Vergangenheit viele Höhen und Tiefen erlebt. „So beeinträchtigt wie heute war unsere Betreuungsarbeit jedoch noch nie“, kritisiert Gockel. Organisatorische Vorgaben der Gefängnisleitung verhindern, dass der Verein die Gefangenen sprechen kann, die zu sprechen er für wichtig hält. Zudem wird die Zuführung in die Besuchsabteilung so in die Länge gezogen, dass sich unnötige und unzumutbare Pausen in der zur Verfügung stehenden ehrenamtlichen Beratungszeit ergeben. „Wenn ich früher pro Nachmittag 10 bis 15 Menschen nach meiner Auswahlsprechen konnte, so muss ich heute froh sein, wenn mir fünf Gefangene, und zwar nach Auswahl des Gefängnisses, zugeführt werden“, so Gockel.

„Zuletzt sind die Haftbedingungen für die Inhaftierten zunehmend schlechter geworden. Seit Anfang des Jahres sorgt dafür das neue Abschiebehaftvollzugsgesetz der Landesregierung. Leider nehmen auch die Skandale in der letzten Zeit deutlich zu“, so Gockel. Er erinnert unter anderem an die Anweisung einer leitenden Beamtin, Medikamente unter das Essen zu mischen, an Fehlbestände in der Gefängnisapotheke und an den Bericht der Nationalstelle zur Verhütung von Folter, in dem zahlreiche Missstände beanstandet werden.

Der Verein setzt sich seit 25 Jahre für die Abschaffung der Abschiebehaft ein. Von 1994 an, wo allein in NRW mehr als 1.000 Menschen gleichzeitig inhaftiert waren, hat sich über die Jahre die Zahl der Häftlinge deutlich reduziert. Im Jahre 2014, als wegen der Trennung von Strafgefangenen und Abschiebehäftlingen die Haftanstalt vorübergehend geschlossen war, waren teilweise unter 10 Gefangene aus NRW.  Seit der Wiedereröffnung 2015 steigt die Zahl der in Büren Inhaftierten kontinuierlich. „Aktuell sind ca. 140 Menschen inhaftiert. Die Landesregierung möchte im nächsten Schritt 175 Haftplätze schaffen, allerdings scheitert das aktuell am Personalmangel. Kaum einer will in diesem Bereich arbeiten. Aus internen Quellen wissen wir, dass bereits ein Ausbau bis auf 250 Haftplätze anvisiert wird – für Menschen, denen nicht wegen einer Straftat, sondern zur Erleichterung der Arbeit der Behörden das Grundrecht auf Freiheit genommen wird“, so Gockel.

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Frank Gockel
Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.

Remminghauser Str. 47
32760 Detmold

Tel.: 0 52 31 – 60 10 89
Tel.: 01 71 – 475 92 40
Fax: 0 52 31 – 60 10 85

e-Mail: Gockel@gegenAbschiebehaft.de
Internet: http://www.gegenAbschiebehaft.de

Erhalten per Mail via coyote-Liste

Mai 12, 2019

Samstag, 18. Mai 2019 in Hamburg
Solidarity City-Space und -Workshops beim Recht auf Stadt Forum
Ort: Fux eG
Adresse: Zeiseweg 9, 22765 Hamburg
 
„Im Rahmen unseres Festivals zur Solidarischen Stadt vergangenes Jahr sind wir unter dem Titel „Institut für Grauzonen“ auf die Suche nach Ideen, Projekten und Praktiken gegangen, die schon heute eine Stadt mehr zu einer Stadt für alle macht (vom Jobticket-Sharing oder Ticketkontroll-Kompass über den anonymisierten Krankenschein, über Zusammenarbeit von Ausländerbehörde und Flüchtlingsrat bis hin zu Bürgerasyl u. v. w.). Die Zeit hat uns jedoch überholt und wir haben nur erste Beispiele zusammentragen können. Deswegen möchten wir die Idee des Instituts gemeinsam weiterentwickeln und als nächstes beim Recht-aufF-Stadt-Forum in der fux Kaserne wieder aufleben lassen.
Im „envilaĝo“, einem mobilen Holzbau, der im vergangen Jahr von New Hamburg entwickelt wurde, soll ein Inspirationsraum zu solidarity cities entstehen. Neben Workshops zu Bürgerasyl, urban citizenship, urban mapping u.ä. möchten wir in dem Bau bereits existierende Praktiken sammeln und sichtbar machen. Dazu möchten wir möglichst viele von euch einladen: Wir suchen Fotos, Videos, Audiobeiträge, Flyer oder anderes Infomaterial, Links zu Webseiten, und und und …. Wir erhoffen uns dadurch einerseits gegenseitige Inspiration, aber auch, dass die Stärke der Bewegung sichtbar wird!…“ (New Hamburg)

Programm im „envilaĝo“

10.00 bis 11.00: Recht auf Stadt trifft Solidarity City
Inputs von Aktiven bei Recht auf Stadt Hamburg und We´ll Come United Berlin

Teil 1:
BürgerInnenAsyl und selbstorganisierte Räume

11.30 bis 13.00 Uhr
BürgerInnenAsyl gibt es mittlerweile in über 10 Städten, siehe https://aktionbuergerinnenasyl.de/. Der Ansatz erscheint als eine überzeugende politische Antwort gegen den Abschiebeterror. Doch praktisch stellen sich viele konkrete Umsetzungsfragen. Wie finden Betroffene und UnterstützerInnen zusammen? Welche Orte eignen sich zur Aufnahme? Wie ist BürgerInnenasyl in jeweilige Bleiberechtsperspektiven eingebettet?
Im Workshop wollen wir in erster Linie über praktische Erfahrungen reden: Wo liegen die Schwierigkeiten? Was hat sich bewährt? Wie können wir den Ansatz ausweiten?
Inputs von Bürgerasylinitiativen in Berlin (https://buerger-innen-asyl-berlin.org/call/) und Hanau (https://buergerasyl-hanau.info)

14.00 bis 15.15 Uhr
Selbstorganisierte Räume und Treffpunkte sind entscheidende Alltagsstukturen und Ausgangsorte für lokale antirassistische Kämpfe. Es braucht dringend mehr alternative Möglichkeiten eines menschenwürdigen Wohnens, aber auch soziale (Willkommens-)Zentren und kollektive Anlaufstellen, beides nicht zuletzt als Matching Spaces und Schutzräume gegen Abschiebungen. Welche praktischen Erfahrungen gibt es? Von Wohnprojekten für minderjährige unbegleitete Geflüchtete bis zu Beratungscafes, von selbstorganisierten Zeltlagern bis zu versteckten Treffpunkten in den Camps.
Inputs von New Hamburg (https://new-hamburg.de/wp/), Sol City Kassel und Sol City München zum Bellevue de Monaco (https://bellevuedimonaco.de)

Teil 2:
Urban Mapping und Urban Citizenship

15.30 bis 17.00 Uhr
Wie https://w2eu.info/  an transnationalen Unterstützungsstrukturen und multilingualen Leitfäden für den Transit und das Ankommen in den Zielländern arbeitet, sollten wir ergänzend versuchen, open-map-based Guides für Newcomers in den Cities zu erstellen. Hierzu gibt es erste Experimente und Beispiele, die wir uns vor allem im Hinblick auf den praktischen Nutzen für die Refugee- und Migrant-Communities ansehen wollen. Im besten Fall könnte solch ein local mapping zum Vehikel der Refugee Selbstorganisation werden.
Inputs von Aktiven aus Köln (https://solidary.city) und aus Berlin (https://arriving-in-berlin.de)

17.15 bis 18.30 Uhr
Während die City ID in einigen Städten der USA realen Schutz vor Abschiebungen sowie umfassenden Zugang zu Sozialleistungen bietet, geht es in Deutschland bislang eher um symbolische Initiativen. Doch in einzelnen Bereichen (Stichwort Gesundheitsversorgung) sind in einigen Städten inklusive Projekte am Laufen, zudem geht es mit dem Konzept und Diskurs der Urban Citizenship um erweiterte Räume für unterschwellige Durchsetzungsstrategien. Auch hier wollen wir vor allem an Hand von praktischen Beispielen mögliche Perspektiven diskutieren.
Inputs von Aktiven von Refugee Law Clinic Hamburg, Recht auf Stadt Hamburg (http://urban-citizenship-hamburg.rechtaufstadt.net) und FFM Berlin

Gesamtprogramm des Recht auf Stadt Forum vom 17. bis 19. Mai 2019: https://www.buko.info/ras-forum-programm  

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Newsletter #1.2019 Bordermonitoring.eu e.V.

Mai 8, 2019

Eskalation in Libyen: Flüchtlinge im Kreuzfeuer – Monitor – Das Erste

Mai 4, 2019

Eskalation in Libyen: Flüchtlinge im Kreuzfeuer – Monitor – Das Erste
— Weiterlesen www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-eskalation-in-libyen-fluechtlinge-im-kreuzfeuer-100.html

Erhalten per Mail: Pressemitteilung des bayerischen Flüchtlingsrats vom 21. April 2019 Anschiebung Kabul

April 23, 2019

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 21. April 2019
Abschiebung Kabul

Es zählen die Menschen – nicht die Abschiebezahlen!

Am kommenden Mittwoch, den 24.04.19, findet voraussichtlich die nächste Abschiebung nach Kabul statt. Eine solche Mitteilung wird, wenn das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ in Kraft treten wird, als „Beihilfe zum Geheimnisverrat“ möglicherweise strafrechtlich verfolgt werden. Die drohende Strafe soll abschrecken vor der Unterstützung der Personen, die von Abschiebung bedroht sind.

Das ist zum Beispiel M. Er ist im Iran groß geworden, 2015 nach Deutschland geflüchtet, in Aschaffenburg im Norden Bayerns gelandet. Würde er ein paar Kilometer weiter in Hessen leben, könnte er ruhig schlafen. In Bayern droht ihm die Abschiebung. So ist er seit der Ablehnung seines Asylantrags verängstigt und sammelt bei jeder Abschiebung nach Afghanistan Fehltage in der Berufsschule, weil er sich nicht mehr in den Unterricht traut. Dennoch hat auch M. ein Leben, seit anderthalb Jahren eine feste Freundin, in der Umgebung viele Freunde. Die Verhaftung und Abschiebehaft wirft M. abrupt aus seinem Alltag. Die Freundin und Freunde aber halten weiter zu ihm, schreiben einen Appell an das Innenministerium und schildern ihr Verhältnis zu M.

So wie Marvis: „Bin ein Freund von M. Wir haben uns durch Freunde kennengelernt und wir haben uns direkt gut verstanden und haben uns dann auch öfters getroffen und haben was unternommen. wir hatten auch ein paar tiefgründige Gespräche und da habe ich gemerkt, dass man mit ihm echt gut reden kann und wenn ich Probleme hatte das ich zu ihm konnte und er hat mir Ratschläge gegebenen hat wie ich es besser machen könnte und wenn ich mit anderen Freunden von mir war und ich in traf hat er auch immer wieder die Kommunikation zu den anderen gesucht und man hat gemerkt dass er ein echt netter und freundlicher Mensch ist.“

Aussagen wie diese unterstreichen eines: M. ist ein ganz normaler Junge, der seinen Freundinnen und Freunden, und vor allem seiner Partnerin einfach fehlen wird. Diese Aussage stellt aber auch die Abschiebung in Frage: Warum ist es notwendig, diesen jungen Mann aus seinem Umfeld zu reißen, Freundschaften und eine Beziehung dadurch zu zerstören. Aussagen wie diese stellen das innenpolitische Dogma der Notwendigkeit der Abschiebung in Frage, weil sie die menschliche Seite erkennbar machen. Bei Abschiebungen geht es nicht um Sachen und Zahlen, sondern um Menschen.

„Wir vom Bayerischen Flüchtlingsrat bemühen uns, diese menschliche Seite, die Schicksale deutlich zu machen und unterstützen Betroffene, Appelle und Bitten an die Politik und das Innenministerium heranzutragen. Wir wollen nicht, dass Abschiebung betrachtet wird wie eine Postwurfsendung. Dafür treten wir ein,“ sagt Stephan Dünnwald, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Wir kennen für den aktuellen Flug zwei junge Männer aus Bayern, beide haben 2015 in Deutschland Schutz gesucht und einen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut. Sie sind im Iran aufgewachsen und stehen vor der Abschiebung nach Afghanistan –  in ein für sie nahezu fremdes Land. Doch vor allem sind sie eines – Mitmenschen. Dem Innenministerium sind diese Fälle, diese Menschen, bekannt.“

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an:

Stephan Dünnwald                      Bayerischer Flüchtlingsrat             Tel: 089-762234 | 0177 7216830

Okay, HOL ist weit weg von M und die Abschiebung droht leider auch schon morgen, aber vielleicht könnte sich „man“ ja auch nur einfach solidarisch erklären …

Bürgerkrieg in #Libyen eskaliert #zeitonline

April 4, 2019

Der Bürgerkrieg in #Libyen eskaliert erneut. General Haftar hat seine Kämpfer in Bewegung gesetzt.

twitter.com/zeitonline/status/1113848683437744128

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Februar 6, 2019

Ich träume nicht mehr hier, ich bin wie ein stück Papier…

Lesvos 2018- Ein Bericht.

Lied….. (Daria singt)

Daria ist 24 und Musikerin aus Kamerun, seit 6 Monate im Hotspot Moria, alleinstehende Mutter die ihre 3 kleine Kinder zurücklassen musste. Ihre Fluchtgeschichte, ihre Gefühle, verarbeitet sie in Lieder, es ist ihr Weg das auszuhalten.

Sie wohnt in einem Container im Hotspot Moria mit mehrere andere Frauen: Shery, ein Studentin aus dem Kongo auch zu Hause Mutter, die weiter studieren wollte , jetzt sagt sie:

„Ich träume nicht mehr hier,

ich bin wie ein Stück Papier….“

und Gisela die gegen ihren Willen schwanger wurde. Ihr Kind wird im Hotspot Moria geboren.

Die Frauen halten zusammen um den Gefahren und Ungerechtigkeiten was entgegen zu setzen.

Farida war schwanger in der Türkei. Kurz bevor sie auf das Schlauchboot stiegen, hatte sie eine Fehlgeburt. Sie stieg trotzdem auf das Schlauchboot und kam blutend aber lebendig in Lesvos an. Sie hatte Glück das einer der wenigen Krankenwagen auf der Insel sie abgeholt hat. Sie wurde im Krankenhaus behandelt und gleich am nächsten Tag nach Moria gebracht, mit ihren Mann, sie bekamen ein Zelt im „Dschungel“, neben dem Hotspot. Da lernte zufällig eine Freundin sie kennen, der sie die Liste mit Medikamenten zeigte, die sie vom Krankenhaus bekommen hatte, aber nicht wusste wo sie sich diese besorgen sollte.

Im Hotspot Moria gibt’s nicht nur keine Apotheke es gibt auch nur einen offiziellen Arzt für die 6.000 Menschen (11.11.18).

Miriam war schwanger angekommen, nach der Geburt ihres Kindes im Krankenhaus in Mitilini wurde sie nach Moria gebracht, ohne das Baby. Man gab ihr ein Papier auf Griechisch, was sie nicht lesen konnte. Sie und ihr Mann waren so erschrocken und hatten niemand den sie fragen konnten, warum ihr Baby nicht ihnen gegeben wurde. Freudinnen haben sie getroffen, Tage später und nach Recherchen im Krankenhaus und Lesen der Papiere die sie bekommen hatte, stellten wir fest, dass das Baby mit einem Militärflieger nach Athen, gleich nach der Geburt, gebracht wurde, wegen gesundheitlicher Probleme. Die Mutter wurde nicht mitgenommen, da für sie die „geografische Pflicht“ besteht (auf deutsch Residenzpflicht), Dank dem EU – Turkey Deal. Keiner hat sie informiert. Kein Übersetzer. Erst Wochen später konnten die Mutter und der Vatter nach Athen um ihr Kind im Krankenhaus endlich in die Arme zu schließen.

Das sind nur ein paar, von hunderten von Dramen die sich alltäglich im Hotspot Moria, unter den über 6.000 Menschen abspielen, ohne das irgendjemand das mitkriegt.

Um auf die Situation im Hotspot Moria aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren haben sich, im April 2018, afghanische Familien mit kleinen Kindern entschieden zu einem friedlichen Protest auf den Sapho –Platz. Da Moria weit weg ist und somit unsichtbar für Viele, hatten sie beschlossen ins Zentrum der Stadt zu gehen und da zu bleiben mit ihren Forderungen:

Schnelle Registrierung und Weiterreise.

Nach ein paar Tagen des friedlichen Protestes haben Faschisten sie am 22. April angegriffen.

8 Stunden lang umzingelt und mit Steinen und Schlagstöcken angegriffen. Mehrere Menschen, darunter Frauen und kleine Kinder, wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei stellte sich stundenlang zwischen die Gruppen, aber in einer Entfernung, die das weiter werfen von Steinen, von Seiten der Faschisten, möglich machte. Solidarische Menschen stellten sich dazwischen und wurden auch verletzt und festgenommen. Mit der Festnahme aller Flüchtlinge, zu „ihrem Schutz“ und einer noch nie gesehenen Jagd auf Unterstützer*innen und Flüchtlinge im Zentrum der Stadt, endete dieses Pogrom vom Sapho – Platz.

Als wir am nächsten Morgen aus dem Schiff von Piräus stiegen hing Tränengasgeruch überall in der Luft und die Stadt war gelähmt von den Angriffen.

Faschisten auf Lesvos hat es in so einer Form noch nicht gegeben.

Die Meute bestand aus bekannten lokalen Faschisten, verstärkt durch vom Festland Eingereiste, aber auch aus jugendlichen Fußballhooligans und auch aus manchem bekannten Ladenbesitzer der Stadt mit rechter Gesinnung. Offensichtlich war der Angriff lange geplant. Keiner der Angreifer wurden festgenommen.

Monate später und obwohl genug visuelles Material der Angreifer existiert, hatte der Staatsanwalt immer noch nix gemacht. Außer Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmung von Computern und Handys. Alle Angreifer, die meisten stadtbekannt, laufen frei herum.

Für eine Insel wie Lesvos, wo sehr viele Einwohner*innen selbst eine Migrations- oder Fluchtgeschichte haben und deswegen eine sehr solidarische und warmherzige Haltung sich bewahrt haben, ist es ein Schock Rechtsradikale unter sich zu Wissen.

Beim kleinen Einkaufsladen um die Ecke bringt mir Maritsa immer wieder Tüten mit Kleidung, unauffällig, sagend: „Du weißt besser wie an die Leute rankommen.“

Neulich gab sie mir eine Puppe, die ich am selben Tag nach Moria, in den „Dschungel“ zu Mariams kleiner Tochter brachte. Ich machte ein Foto um Maritsa zu zeigen wie das Kind mit der puppe glücklich ist. Maritsa sieht am nächsten Tag das Foto und bringt noch mehr Spielzeug, weil, wie sie mir erklärt, wir haben zu Hause gesehen, da ist noch ein Kind hinter ihr auf dem Foto und das hat kein Spielzeug.

Solche herzerwärmenden Erfahrungen mache ich oft in Mitilini. Trotzdem, nicht alles ist rosig.

Nach dem Sapho – Platz Anschlag wurden, bei verschiedensten Zwischenfällen, lokale Journalisten, die über die Flüchtlingssituation berichten, von Faschisten angegriffen. Es kam zu mehreren Anklagen. Ein Journalist klagte gegen 18 Personen, die ihn während der Löschung eines Waldbrandes angriffen und beschimpften er und die Flüchtlinge seien schuld. Die Angriffe sind immer verbunden mit üblen Drohungen und werden auch in den Sozialen Netzwerken verbreitet.

Angeklagt sind auch 2 Polizeibeamte, die im Dienst übergriffig waren und ein Mann der beim Militär ist. Das Gericht vertagte den Prozess auf nächstes Jahr und ausgerechnet in die Woche in der Gerichte in Griechenland nicht tagen wegen der Wahlen. Die Faschisten verließen das Gericht grinsend. Die Justiz ist hier nicht nur blind, sondern klar auf ihrer Seite.

Faschisten zerstörten das Memorial, das wir als w2eu und JOGS (Jugendliche ohne Grenzen) in dem Fischerdorf Thermi vor 6 Jahren aufgebaut haben. Es trug die Namen von ertrunkenen Flüchtlingen. Jedes Jahr haben wir eine Erinnerungszeremonie vor Ort gemacht mit Angehörigen der Opfer.

Eine faschistische gruppe namens „Kriptia“ bekennt sich mit einen anonymen Anruf zu der Zerstörung. Obwohl das Dorf sehr klein ist und jeder jeden kennt, niemand will aussprechen wer das gemacht hat.

In diesem Fall stellte die Menschrechtsbeauftragte des Ministeriums für Justiz in Athen, Strafanzeige gegen unbekannt.

Die Stimmung ist sehr gereizt auf einer Insel, die als „die linke Insel des Widerstands und der Solidarität“ gilt.

Lesvos Gi Antifasistiki

ist die Parole der Antifaschisten in Lesvos, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dafür zu sorgen, dass sich die „braune Pest“ nicht weiter verbreitet.

Zurück zum Hotspot:

Pit ist Tutsi aus Burundi, er war 3 Jahre lang im Knast und wurde gefoltert. Er hat den Kontakt zu seiner Frau und seinen Kindern während dieser Zeit verloren. Auf der Flucht und auf der Suche nach seiner Familie kam er in Lesvos an. Er musste monatelang in einem Zelt mit 150 anderen Männern leben, ein großer Teil von ihnen stehen politisch auf der Seite seiner Folterer. Besonderes abends, wenn er ins Zelt kommt, genießen sie es ihn mit „Witzen“ über die Tutsi zu jagen. Er versucht außerhalb von Moria zu bleiben bis die anderen schlafen gehen und erst dann und nur mit Schlafmittel legt er sich hin um die Panik von ihnen gefoltert zu werden zu überwinden. Der Mensch ist traumatisiert angekommen und seit Monaten lebt er unter Bedingungen die seine Traumata wiederbeleben. Trotz seiner Geschichte hat keine Organisation sich um ihn als Folteropfer gekümmert. Niemand ist da, der Menschen aus rivalisierenden politischen Lagern auseinander hält.

Er lief so mit. Es wurde dankbar angenommen, dass er täglich Computer – Kurse für die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge, ehrenamtlich, angeboten hat, aber um ihn hat sich niemand gekümmert.

Aus der selben Angst hat Mansur beschlossen unter Olivenbäumen im Zelt, in der Einsamkeit, zu übernachten. Um die Feinde, vor denen er aus seinem Land geflohen war, nicht im Alltag sehen zu müssen.

Der Hotspot, wo die Menschen auf der Flucht ankommen und hoffen endlich Sicherheit und Ruhe zu finden, bietet ihnen keine Ruhe, sondern verstärkt ihre Traumata .

Die Flüchtlinge ertragen alles mit Geduld und Würde. Sie ertragen diese unmenschlichen Verhältnisse und warten.

Aber ich bin sauer!

Dies ist ein Versuch ein bisschen von dem was ich dieses Jahr auf Lesvos über 4 Monate erlebt habe sichtbar zu machen.

Ich will versuchen den Umgang mit dem Ohnmachtsgefühl in Worte zu fassen. So viele Menschen, die statt Schutz hier von Ungerechtigkeit und organisierte Planlosigkeit empfangen werden. Worte finden um zu zeigen, was wir aktiv tun um diesen Ungerechtigkeiten etwas entgegen zu schleudern. Um Solidarität und ein Stück Unterstützung dagegen zu halten. Die Menschen willkommen heißen.

Ich glaub das ist das treibende Gefühl bei jedem/jeder die in Lesvos sich solidarisch einmischt. Und die Erklärung für die unglaublich vielen solidarischen Menschen, die meistens unbezahlt und mit selbst gesammelten Spendengeldern, sich dafür entschieden haben da zu bleiben und aktiv zu sein.

Übrigens: in Behördensprache befinden wir uns in einer POSTEMERGENCY Phase. Wahrscheinlich nennen sie es so weil ständig die Post abgeht.

Auf der Insel befinden sich grade (11.11.18) über 8.500 Flüchtlinge.

Nicht alle die von den türkischen Küsten los wollen kommen auch an. Momentan wird etwa die Hälfte von der türkischen Küstenwache zurückgeschickt (pullback) oder es wird verhindert in die Boote einzusteigen.

In einer Woche im Dezember 18 sind

13 Bote mit 509 Menschen angekommen

und 15 Bote mit 594 Menschen gestoppt worden.

Viele sterben auf der Strecke.

Im Herbst ist wieder ein Boot kurz nach der Ausfahrt aus der Türkei untergegangen. Eine irakische Frau schaffte es zurück zu schwimmen, sie war die einzige Überlebende, ihre 5 Kinder und ihr Mann waren unter den 30 vermissten.

Die viele Solidaritätsgruppen die seit 2015 an den Stränden auf die Boote gewartet haben und sie empfangen haben, mussten, nach mehreren Kriminalisierungsversuchen gegen Rescue Teams, ihre Arbeit umstellen.

ProM aid und Team Humanity haben 2 Jahre auf ihren Prozess gewartet um dann frei gesprochen zu werden.

Jetzt sind die nächste dran, 4 Menschen von ERCI wird der Prozess gemacht.

Nur im Norden gibt es noch eine Rescue – Gruppe „Refugee Rescue“, die aber auch keine Erlaubnis bekommt raus zu fahren zum Retten, sondern täglich neu Trainingszeiten von 2 Stunden beantragen muss, um überhaupt am Wasser zu sein.

Das die griechische Küstenwache und Frontex sie öfters selbst zur Hilfe anfordern, liegt an der unglaublichen Geduld, Kontinuität und Professionalität der Gruppe, die sich trotz allem nicht vertreiben lässt.

Sie und die 2 Spotting – Teams: Lighthouse Relief im Norden bei Korakas und Campfire im Süden, bleiben auch mit großer Kontinuität an den Stränden mit ihren Ferngläsern und sobald sie ein Zeichen von Leben oder Gefahr sehen, informieren sie die Küstenwache.

Wären die Alle nicht da, hätten viel mehr Menschen ihr Leben an dieser Meeresenge verloren .

Ein einziges größeres Boot, die „Mare Liberum“ ex „Sea Watch 1“, ist seit 3 Jahren vor Ort und unterstützt mit Monitoring die Menschenrechtsbeobachtungen an der europäischen Grenze .

Täglich kommen Boote an.

Die Menschen, die lebend ankommen, sind 21% Frauen und 30% Kinder. 7 von 10 sind unter 12 Jahren.

Sie kommen aus Afghanistan, Irak, Syrien, Kongo.

Mindestens 6.000 Menschen leben in Moria und den umgebenden Oliven Hainen, den Dschungeln.

1.771 Menschen im Kara Tepe Camp.

553 Menschen, darunter minderjährige Unbegleitete und Familien, leben in Wohnungen, gemietet vom NGOs und dem UNHCR.

Die Lage im Hotspot Moria, wo alle Neuankommenden hingebracht werden ist explosiv.

6.000 Menschen Leben unter unmenschlichen Bedingungen, in Containern in Moria, in Zelten um die Container herum, oder in und über den Olive Groove hinaus. Die ganz neu Ankommenden sind im sogenannten „Dschungel“, oberhalb des Olive Grooves.

Die Lebensbedingungen würden keinerlei gesundheitliche oder hygienische Standards bestehen. Obwohl internationale Medien und NGOs ständig darauf aufmerksam machen, ändert sich nix.

Jede paar Monate beschließt die EU wieder Gelder an Griechenland zu geben um die Lebensverhältnisse zu verbessern. Eine Verbesserung ist aber nicht sichtbar.

Die schon registrierten Familien, wenn sie Glück haben, werden nach ein paar Wochen zum Kara Tepe Camp gebracht. Ein von der Gemeinde Mitilinis verwaltetes Camp, wo etwa 1000 Menschen unter viel besseren Bedingungen leben. Leider dürfen alleinstehende Frauen nicht hin, sie bleiben in Moria.

438 unbegleitete Minderjährige befinden sich momentan im Hotspot Moria. Darunter viele unter 12 Jahren. Sie werden betreut im „Safe Space“ innerhalb des Gefängnisses, den sie auch nicht verlassen können. Für sie sind die Computer – Kurse und die Ausflüge, die von Lokals organisiert werden, der einziger Lichtblick außerhalb des NATO Drahts.

Alleinstehende Frauen müssen in Containern und Zelten, monatelang leben, bis sie endlich ihr Interview haben können und Aussicht auf Transfer aufs Festland haben.

Menschen die heute ankommen, bekommen ein Interviewtermin für Ende 2019 oder sogar für 2020.

Das liegt an der EASO – Behörde, die mit viel zu wenigen und meistens schlecht ausgebildeten Angestellten und Übersetzern die Interviews durchführt.

Nicht nur bei EASO gibt es zu wenig Personal:

Mit einem offiziellen Arzt für die 8.500 Menschen versucht KELPNO, im Hotspot, die medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Die größeren medizinischen NGOs: MSF und Ärzte der Welt haben sich aus dem Hotspot Moria rausgezogen, weil sie die Situation nicht mehr mittragen wollten.

2 ausländische NGOS ( Kitrinos und BRF Boat Refugee Foundation), versuchen mit Schichten von Ehrenamtlichen die medizinische Versorgung im Hotspot notdürftig aufrecht zu erhalten, was beim besten Willen unmöglich ist.

Seit die Regierung beschlossen hatte selbst den Hotspot Moria zu verwalten, in der Hoffnung so EU- und Spendengelder die an NGOs gehen, selbst zu nutzen, mussten viele NGOs sich zurückziehen .

Manche Gruppen haben ihre Angebote in und um Kara Tepe verlegt, wo die Verhältnisse humaner sind.

Oder in Tageseinrichtungen, wie “One happy Family”, “Art Hope Center”, “Home for All”, “Humans for Humanity”, usw.

Auch wenn die Leitung des Hotspots angibt, große Anstrengungen zu unternehmen, um die Lebensbedingungen zu verbessern, ist es unmöglich ein überfülltes Gefängnis so zu gestalten, dass die Verhältnisse human werden.

Der Hotspot ist bewusst als Gefängnis geplant und gebaut, nur wegen den hohen Zahlen müssen sie die Tore für einen Teil auflassen, um nicht ständig „riots“ zu haben.

Wegen einer dieser „riots“ wurden „die 35 von Moria“ willkürlich festgenommen und angeklagt.

Im Mai 2018, nach einem Jahr grundlos in Knästen in Griechenland, mit einer solidarischen Begleitung ihres Prozesses von mehreren Gruppen, wurden alle freigesprochen. Viele von ihnen kamen gleich wieder im Hotspot Moria, in Abschiebehaft. Die meisten stammen aus Ländern, wie dem Kongo, Kameroun, oder dem Iran, die durch den EU – Turkey Deal keine Chance auf Asyl haben.

Erst Ende Oktober 18 wurden die Letzten freigelassen und sie warten noch immer auf ihren Aufenthalt mit der Angst vor drohender Abschiebung.

Das sie Opfer ungerechter staatlicher Behandlung in Griechenland sind, spielt keine Rolle dabei.

Der Hotspot Moria hat sich erweitert, aus Mangel an Platz, um einen „Dschungel“ der sich über dem sogenannten „Olive Groove“ befindet, wo die meisten neu Ankommenden hingeschickt werden. Sie müssen dann in Zelten, selbstorganisiert, sich ein zu Hause aufbauen. Aus Zelten und Planen. Die Menschen bleiben „freiwillig“ da, weil sie registriert werden wollen .

Paletten dienen als Fußboden, damit der Regen nicht in das Zelt reinkommt Sie werden untereinander gehandelt und sich gegenseitig verkauft. Innoffizielle Stromleitungen werden gegen Geld gelegt.

Offiziell gibt es nicht einmal Matratzen oder Decken für alle Neuankommenden, aber der UNHCR nutzt, in seiner Winterspenden Werbung in Deutschland, Fotos von Flüchtlingen vor ihrem Logo, um die Illusion der Hilfe zu produzieren. Die Realität sieht so aus…

Foto Dschungel mit UNHCR Plane.

Was die Volunteers „Olive Groove“ nennen, nennen die Flüchtlinge selbst: „Die Türkei“,

wer da ist, ist noch nicht angekommen.

Warten ist die Hauptbeschäftigung und das Monatelang.

Warteschlangen morgens um 6 um ´ne Literflasche Wasser zu bekommen,

2-3 Stunden mittags um Essen zu bekommen, das selbe abends.

Warten in einer Schlange bestimmt den Alltag und hält die Menschen beschäftigt. Es ist politisch gewollt.

Zum Glück sind viele Menschen auf der Insel die erfolgreich versuchen diese Alltagsstruktur zu durchbrechen, ein Leben außerhalb der Warteschlangen herzustellen.

Über 80 NGOs/Gruppen gibt es die Aktivitäten anbieten auf der Insel.

Tageszentren für Mütter mit Kindern, Schulen in Zelten für Frauen oder für Minderjährige. Duschen für Frauen oder „Home for All“ bietet täglich Essen in einem selbstverwalteten Restaurant, Gitarren Unterricht und Schwimmkurse an. Kinderspiele gegenüber von Moria von „Humans for Humanity“ bis zum „Art Hope Center“ wo Menschen die malen oder Musik machen und tanzen täglich zusammen und selbstorganisiert zusammenkommen. „Connect by Musik“ organisiert Musik Unterricht in den Camps mit den Kindern und Jugendlichen und sie spielen auch Konzerte.

Es gibt ein, mit großer Beteiligung der Flüchtlinge organsiertes, Tageszentrum, mit dem etwas komischen Namen, „One Happy Familiy“, was selbstorganisierte Angebote von Community Garden über Frauenhaus, medizinischer Station, Sprachkursen bis zu einem Bus als Bibliothek anbietet.

In Mitilini und um den Hotspot Moria gibt es mehrere Schulen, für Sprachkurse und Schulunterricht, die aber nicht so viel Platz wie Anmeldungen haben. Wie das „Mosaik Center“ in der Stadt, aber auch Gekho Kids , Tapuat Center oder in METAdrasi’s Schulen in Kara Tepe und Mytilene,

Die lokale Solidaritätsgruppe Siniparxis bietet täglich Computer Kurse, wöchentliches Schwimmen und Ausflüge mit den unbegleiteten Minderjährigen aus Moria an.

Der EU – Turkey Deal hat seit März 2016 aus der Insel ein Gefängnis gemacht. Nur aus den Inseln können die Menschen abgeschoben werden zurück in die Türkei.

Bei den wöchentlich donnerstags stattfindenden Abschiebungen per Fähre, zurück in der Türkei, organisiert von Frontex, sind meistens weniger als 10 Menschen betroffen. Der Deal hält alle auf den Inseln in den Hotspots fest.

Alle Versprechen, auch vom neuen Migrations Minister, bis Ende September viele aus dem Hotspot ans Festland zu bringen, wurden nicht eingehalten. Die Angst vor neuen Toten aufgrund von Kälte macht sich breit, sogar bei den Behörden.

Seit Mitte Oktober werden wöchentlich circa 200 Menschen ans Festland gebracht, aber das wird nicht sichtbar in dem Hotspot. Viele leben noch in Zelten.

Ende Dezember 18 sind 5.000 Menschen weggebracht worden, trotzdem ist der Hotspot Moria überfüllt.

Der Hotspot der eigentlich 25 Tage Aufenthalt bedeuten sollte, nur zur Registrierung, ist nach dem EU – Turkey Deal zu eine Dauerlösung geworden. 700 Angestellte arbeiten drin und sind Teil des Dauerwartezustands.

Um den Hotspot ist eine kleine Stadt entstanden: Kantinen, Obstverkaufsstände oder Busse aus denen Kleidung verkauft wird.

Die eritreische Gemeinde nutzt eine kleine Orthodoxe Kirche für ihre Gottesdienste, Christen aus allen Ländern treffen sich bei der katholische Kirche im Zentrum der Stadt, diese ist auch zu einem sozialen Treffpunkt geworden. Beten hilft, wenn keine Hilfe sonst in Sicht ist.

Die Fußball Mannschaft, FC COSMOS, aus Menschen die im Hotspot leben, trainiert auf dem Dorffußballplatz und einige Spieler wurden schon von lokalen Mannschaften abgeworben.

Wenn ich das alles schreibe, denke ich, es klingt nicht schlecht, es gibt vieles, was die Menschen tun können. Aber sie sind nicht geflohen um unter unmenschlichen Bedingungen in Unsicherheit zu Leben. Alle wollen weiter gehen, alle wollen endlich ihren Asylantrag, ihr Asylinterview hinter sich haben, eine Entscheidung bekommen und weiter gehen.

Niemand will da sein und seine Zeit mit Ablenkungen verbringen. Trotzdem, viele nehmen diese Angebote an, weil es der einzige Weg ist, nicht ständig zu denken und durchzudrehen. Ablenkung ist die einzige, vor Ort vorhandene Medizin, die wirkt.

Heute sind 4 Boote angekommen, wieder, es regnet seit Tagen auf Lesvos, die Zelte sind wie Inseln mit Wasser drum herum, die Kinder rennen mit ihren viel zu großen Latschen und es gibt keine Aussicht darauf, dass die Situation sich ändert.

Nur das schließen der Hotspots und konsequentes, schnelles registrieren und weiter aufs Festland schicken, aber unter besseren Lebensbedingungen, würde die Situation ändern.

Aber das würde gegen die europäische Politik der Abschreckung, die auf Kosten der Flüchtlinge durchgeführt wird, sein.

Sie sind nicht willkommen und sollten das weiter vermitteln an die, die hoffen auch bald anzukommen.

Abends auf der Hafenpromenade treffe ich Fatima, 94 aus Afghanistan, mit ihrem Sohn, ein Arzt aus Kabul. Sie waren 1 und halb Monate in Moria bis sie endlich in eine Wohnung in Mitilini gebracht wurden. Die 94jährige, die ihrer Familie folgen musste, um nicht allein in Afghanistan zu bleiben. Ihre ganzen Kinder und Enkelkinder sind in Deutschland, eine Tochter in Hamburg.

Sie war als einzige ohne Rettungsweste auf dem Boot. Öfters bekommen Ältere keine Weste. Ihr Leben ist nicht die Kosten einer Rettungsweste wert. Ihr Sohn gab ihr seine. Jetzt leben sie in Mitilini, ohne große Aussicht zu ihrer restlichen Familie nach Deutschland zu kommen. Ihre Kinder sind über 18 Jahre und sie gilt, weil in Begleitung ihres Sohnes, als geschützt in Griechenland.

Europäische Familientrennung – sogar für 94jährige!

Jetzt ist es Januar, seit gestern schneit es auf Lesvos.

Jeden Tag bekomme ich Nachrichten von den Freudinnen im Hotspot Moria. Es regnet, es ist kalt, 5 Tage kein Strom. Sie haben keine Winterkleidung, sie beschweren sich aber nicht.

Sie wünschen mir dass es mir gut geht und ich wünsche dass es ihnen bald so gut geht, wie uns hier.

Auf dem Schiff, mit dem wir Lesvos nach Pireus verlassen haben und dann Deutschland weitergefahren sind, reisten viele glückliche, gerade von den geographische Fesseln befreite Menschen. Sie machen Selfies, werfen einen letzten Blick auf die Insel und hoffen alles wird jetzt besser.

Aber nur wir privilegierten Passbesitzer*innen werden weiterkommen und können dahin gehen wo wir selbst entschieden haben.

Wir werden aber immer wieder zurückkommen um den Menschen auf der Flucht solidarisch zur Seite zu stehen, auch um ihnen in der Praxis zu zeigen, dass eine andere Welt möglich sein könnte. Bis „Freedom of Movement“ Realität wird.

Als ich diesen Text schreibe kommt die Nachricht, dass ein 24jähriger Kameruner in Moria gestorben ist, ein Freund von den jungen Frauen. Ein junger Radiojournalist, Vater von einem Baby.

Er wohnte im Zelt , fror seit tage und bat um ein wärmeren platz. Er war dann in einen Container gegangen,bei freunden um sich aufzuwärmen. Natürlich sagt der Gerichtsmediziner, dass er gesundheitliche Probleme hatte und dass er nicht vor Kälte gestorben ist.

Der Leiter von Moria argumentiert in einem Interview: „Wenn er vor Kälte gestorben ist, warum leben alle anderen noch?“

Aktualisierung

Shery bekam Transfer und wurde nach Evia- Agia Anna gebracht, zu einem Campingplatz mit Bungalows in einen Ferienort der im Sommer blüht und im Winter tot ist. Die nächste Apotheke ist 1 Stunde zu Fuß, kein Laden in der Nähe. Mit dem Bus, der einmal am Tag kommt, zur nächsten Stadt ist es über 1 Stunde 40 Minuten.

Ihre beste Freundin Daria wurde von ihr getrennt und Diane wurde nach Athen in eine Wohnung vom UNHCR gebracht.

Pit, das Folteropfer, der dringend nach Athen ins Krankenhaus hätte müssen, wurde nach Monate langem warten in Moria, auch nach Evia transferiert. Seine Medikamente hat er im Bus verloren, keine Möglichkeit neue zu besorgen, wie gesagt, die Apotheke ist 1 Stunde zu Fuß entfernt vom Camp.

Als er am 31 Dezember mit dem Bus in die nächste Stadt, ins Krankenhaus, wollte hielt der Busfahrer nicht und so musste er nach Athen mitfahren und mit Schmerzen den ganze Tag warten, dass der Bus abends ihn zurück ins Camp bringt.

Verteilt in ganz Griechenland, auf meistens abgelegene Orte oder Urlaubsdörfer, bis die Tourismus – Saison im April wieder anfängt. Dann geht die Odyssee der in Griechenland gestrandeten weiter.

So ist die aktuelle Situation der Flüchtlinge, die aus Lesvos endlich den langersehnten Transfer haben, oft kaum ins Positive verändert. Sie sind nur raus aus den Statistiken der Hotspots verschwunden.

marily stroux-w2eu

Alle Namen wurden zum Schutz der Menschen geändert.

Danke für die aus Hamburg mitgegebenen Spenden, die das Unterstützen der Menschen möglich gemacht haben.

Nina Regina Carsten und alle Freund*innen zu Thereses Erinnerung.

Marthas Birthday guests

Platanenblatt.de

Alle die uns Laptops gespendet haben für die Computer Kurse:

Tanja, Silke, Kurt, Stjepan und dadurch hunderte von Minderjährigen in Moria Zugang zur Außenwelt ermöglichen.

Links

Sapho: Legal Center

http://legalcentrelesvos.org/category/news/moria-35/

DOCUMENTARY – INADMISSABLE

A documentary produced by Thraedable in collaboration with the Legal Centre which highlights the various and severe breaches of human rights on the island of Lesvos.

DOCUMENTARY – MORIA 35

produced by Joinda Production in collaboration with the Legal Centre which chronicles the months of organized resistance by migrants in Moria Refugee Camp in 2017, prior to the 18 July 2017 violent police raid and arbitrary arrest of 35 men who face trumped up criminal charges. The “Moria 35” will go to trial in Chios 20 April 2018.

Kriminalisierung

View at Medium.com

Flucht nach Europa – Lesbos am Limit I Y-Kollektiv Dokumentation

Zahlen:

UNHCR/Dezember

Aegean Boat Report

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