Archive for the ‘Kinderrechte’ Category

Per Feed: Pro Asyl zur deutschen Reaktion auf Moria: „Bei einer Naturkatastrophe wären die Rettungsflieger jetzt schon in der Luft“

September 10, 2020

PRO ASYL appelliert eindringlich an die CDU / CSU ihre festgefahrenen Positionen zu verändern. „Auf die Katastrophe von Moria mit lautstarkem Schweigen oder dem Ablenkungsmanöver „europäische Lösung“ zu reagieren, ist inakzeptabel“, kritisiert Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL.

PRO ASYL appelliert eindringlich an die CDU / CSU ihre festgefahrenen Positionen zu verändern. „Auf die Katastrophe von Moria mit lautstarkem Schweigen oder dem Ablenkungsmanöver „europäische Lösung“ zu reagieren, ist inakzeptabel“, kritisiert Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL.

PRO ASYL begrüßt die Eröffnung der Diskussion für die Aufnahme Schutzsuchender durch Landespolitiker*innen, Entwicklungshilfeminister Müller und führende SPD-Politiker*innen. Allerdings reichen die bisherigen Nennungen einiger weniger Hundert bis zu 2.000 durch Entwicklungsminister Müller, die aufgenommen werden sollen, nicht aus.

Kein deutscher Politiker und keine deutsche Politikerin hat bisher formuliert, was mit den Restlichen geschehen soll. Die Schutzsuchenden auf den griechischen Inseln stecken in der Falle. Weder auf Lesbos noch auf dem griechischen Festland gibt es für sie eine Perspektive. Abschiebungen in die Türkei von Tausenden sind menschenrechtswidrig und zudem unrealistisch. Auf dem Festland leben bereits jetzt tausende Schutzsuchende in Obdachlosigkeit. Die Zerstrittenheit der EU-Staaten bei Schutz und Aufnahme ist seit Jahren bekannt. „Wer hier von einer europäischen Lösung fabuliert, spielt auf Zeit, und sucht ein Alibi für das Nichthandeln“, kritisiert Burkhardt.

PRO ASYL fordert einen konzertierten europäischen Rettungsplan, die sofortige Evakuierung der Flüchtlinge und die Aufnahme in Deutschland und anderen europäischen Staaten.

Rund 12.500 Schutzsuchende – darunter über 4.000 Kinder – sind obdachlos und ohne jegliche Versorgung komplett auf sich allein gestellt. Schutzsuchende berichten unserem Team von Refugee Support Aegean (RSA) vor Ort, dass sie ohne Wasser und Nahrung seien. Noch nicht einmal die Anwält*innen von PRO ASYL/RSA können zu ihnen. Seit Jahren vertreten PRO ASYL/RSA-Anwält*innen Schutzsuchende vor Gericht.

Unsere Anwältin Natassa Stracchini: „Die Flüchtlinge wissen nicht wohin. Moria ist abgebrannt. Sie haben ihre letzten Habseligkeiten verloren. Polizeieinheiten hindern sie, sich der Stadt Mytilini zu nähern. Versuche, ihnen unmittelbare Hilfe zukommen zu lassen, scheitern aktuell an der brachialen Abriegelung durch die Polizeikräfte.“

Zwischen Polizei-Barrikaden sitzen Flüchtlinge auf Straßen und Feldern. PRO ASYL erwartet die gleichen Maßnahmen, wie wenn sich über 10.000 europäische Touristinnen und Touristen in akuter Gefahr befänden: Temporäre Unterbringungen müssen geschaffen, die Essens- und Wasserversorgung sofort sichergestellt und medizinisches Personal muss eingeflogen werden. Nicht irgendwann, sondern sofort!

Zeitgleich ist eine Luftbrücke zu organisieren, um die Schutzsuchenden möglichst schnell nach Deutschland und in andere europäische Länder auszufliegen. „Bei einer Naturkatastrophe wären die Rettungsflieger jetzt schon in der Luft“, so Burkhardt abschließend.

Weitere Infos zur Einschätzung der Lage von PRO ASYL finden Sie hier.

Quelle: PRO ASYL – Pressemitteilung vom 10.09.2020.

Pro Asyl zur deutschen Reaktion auf Moria: „Bei einer Naturkatastrophe wären die Rettungsflieger jetzt schon in der Luft“ https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/013188.html

Kinderbonus: Viele geflüchtete Familien bleiben ausgeschlossen, dabei sind diese besonders stark belastet. – BumF

Juli 4, 2020

Kinderbonus: Viele geflüchtete Familien bleiben ausgeschlossen, dabei sind diese besonders stark belastet.

02.07.2020
Mit dem Kinderbonus von 300 Euro will die Bundesregierung besonders stark belastete Familien finanziell entlasten. Da der Bonus an den Bezug von Kindergeld gekoppelt ist, bleiben viele geflüchtete Familien und unbegleitete Minderjährige jedoch außen vor, obwohl gerade sie sich in besonders prekären Situationen befinden. Geflüchtete Familien leben oft in beengten Verhältnissen und es fehlt u.a. an Laptops, Druckern und WLAN für das Homeschooling.

Der BumF fordert die Bundesregierung auf dringend nachzubessern und den Bonus auch für geflüchtete Menschen zugänglich zu machen.

Hintergrund
Das zweite Corona-Steuerhilfegesetz vom 29. Juni 2020 soll insbesondere gering-verdienende Familien und Alleinerziehende entlasten. Hierzu ist ein Kinderbonus von 300 Euro pro Kind vorgesehen.

„Darüber hinaus wird für jedes Kind, für das für den Monat September 2020 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, für den Monat September 2020 ein Einmalbetrag von 200 Euro und für den Monat Oktober 2020 ein Einmalbetrag von 100 Euro gezahlt.“

Artikel 9, Zweites Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz)
Diese Koppelung an das Kindergeld verhindert, dass der Bonus auch für Kinder und Jugendliche, für die kein Kindergeldanspruch besteht, ausgezahlt werden kann. Betroffen von dem Ausschluss sind sowohl geflüchtete Familien wie auch unbegleitete Minderjährige.

Ausschluss von Familien
Ob geflüchtete Familien Kindergeld erhalten können, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Folgende Eltern bleiben außen vor:

Eltern mit Aufenthaltsgestattung, denn diese haben in aller Regel keinen Kindergeldanspruch. Ausnahmen gelten nur in bestimmten Fällen für türkische und einige andere Staatsangehörige.
Eltern mit einer Duldung, denn auch diese haben der Regel keinen Kindergeldanspruch – noch nicht einmal, wenn sie erwerbstätig sind. Ausnahmen gelten nur für Personen mit einer Beschäftigungsduldung und für bestimmte Staatsangehörige. Noch nicht einmal mit einer Ausbildungsduldung besteht ein Kindergeldanspruch.
Eltern mit bestimmten humanitären Aufenthaltserlaubnissen, (§ 23 Absatz 1 AufenthG wegen Krieg im Heimatland sowie §§ 23a, 24 oder 25 Absatz 3 bis 5 AufenthG), wenn sie nicht erwerbstätig sind oder waren und sich auch noch keine 15 Monate in Deutschland aufhalten.
Eltern die als ausländische Studierende eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16b AufenthG besitzen sowie Eltern mit einer Aufenthaltserlaubnis für ein berufliches Anerkennungsverfahren (§ 16d AufenthG) oder für die Arbeitsuche (§ 20 Abs. 3 AufenthG), wenn sie nicht erwerbstätig sind oder waren.
In bestimmten Fällen EU-Bürger*innen, wenn sie nicht erwerbstätig sind oder waren.
Ausschluss von unbegleiteten Minderjährigen
Für unbegleitete Minderjährige bestehen hohe bürokratische Hürden, wenn sie Kindergeld erhalten wollen. Die Familienkassen lehnen Anträge oft ab, da die Kinder und Jugendlichen keinen Nachweis über den Tod der Eltern bzw. eine Unkenntnis über deren Aufenthaltsort erbringen können. Dieses Verfahren muss dringend vereinfacht werden. Es muss ausreichen, wenn Kinder und Jugendliche ohne die Hürde einer detaillierte Glaubhaftmachung angeben, dass sie keinen Kontakt mehr zu den Eltern haben. Hierdurch könnte in zahlreichen Fällen elternunabhängiges Kindergeld gewährt werden und dadurch ein Anspruch auf den Kinderbonus entstehen.

Da das Kindergeld jedoch bei unbegleiteten Minderjährigen und zum Teil auch bei anderen Kindern und Jugendlichen, die sich in der Jugendhilfe befinden, vollständig vom Jugendamt einbehalten wird, muss sichergestellt werden, dass der Bonus an die Kinder- und Jugendlichen bzw. ihre rechtliche Vertretung ausgezahlt und nicht vom Jugendamt einbehalten wird.

ZWEITES GESETZ ZUR UMSETZUNG STEUERLICHER HILFSMASSNAHMEN ZUR BEWÄLTIGUNG DER CORONA-KRISE (ZWEITES CORONA-STEUERHILFEGESETZ)

— Weiterlesen b-umf.de/p/kinderbonus-viele-gefluechtete-familien-bleiben-ausgeschlossen-dabei-sind-diese-besonders-stark-belastet/

Geflüchtete vor Corona schützen! – Flüchtlingsrat Niedersachsen

März 21, 2020

Geflüchtete vor Corona schützen! – Flüchtlingsrat Niedersachsen
— Weiterlesen www.nds-fluerat.org/42464/aktuelles/gefluechtete-vor-corona-schuetzen/

Von Lesbos nach Berlin – Charterflug für Kinder und Mütter | Mission Lifeline

März 9, 2020

Von Lesbos nach Berlin – Charterflug für Kinder und Mütter | Mission Lifeline
— Weiterlesen mission-lifeline.de/von-lesbos-nach-berlin-charterflug-fur-kinder-und-mutter1/

Per Mail via Fluchtliste: Eingliederungshilfe für Geflüchtete mit Behinderung

Januar 6, 2020

Eingliederungshilfe für Geflüchtete mit Behinderung

Änderungen im AsylbLG zum 01.01.2020 in Kraft getreten

Zum 01.09.2019 ist das Asylbewerberleistungsgesetz umfangreich geändert worden. Auf die Änderungen ist der Flüchtlingsrat auch schon ausführlich eingegangen und auch darauf, dass einige Änderungen verfassungswidrig sein dürften und daher in einigen Fällen Widersprüche und Eilanträge sowie bei Bedarf Klagen ratsam erscheinen (siehe dazu hier).

Zum 01.01.2020 ist nun aber eine weitere kleine Änderung im AsylbLG in Kraft getreten, auf die wir hier hinweisen wollen und die für Geflüchtete mit Behinderung von Bedeutung ist:
§ 2 Abs. 1 Satz 1 AsylbLG lautet nun wie folgte: „Abweichend von den §§ 3 und 4 sowie 6 bis 7 sind das Zwölfte Buch Sozialgesetzbuch und Teil 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (Hervorhebung vom FRN) auf diejenigen Leistungsberechtigten entsprechend anzuwenden, die sich seit 18 Monaten ohne wesentliche Unterbrechung im Bundesgebiet aufhalten und die Dauer des Aufenthalts nicht rechtsmissbräuchlich selbst beeinflusst haben.“
Hintergrund ist die Tatsache, dass zum 01.01.2020 Änderungen im SGB 9, dem Gesetz über Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, in Kraft getreten sind. Dort steht in § 100 SGB 9: „Leistungsberechtigte nach § 1 des Asylbewerberleistungsgesetzes erhalten keine Leistungen der Eingliederungshilfe“. Allerdings stellt der § 2 AsylbLG klar, dass diejenigen, die Analogleistungen nach § 2 AsylbLG erhalten, bei Bedarf Eingliederungshilfen nach Teil 2 des SGB 9 bekommen.
Diejenigen, die Leistungen nach § 3 ff AsylbLG erhalten, können (wie zuvor) bei Bedarf die notwendige Eingliederungshilfe nach § 6 AsylbLG erhalten. Dabei ist höherrangiges Recht zu beachten, so dass das Ermessen der Sozialämter stark eingeschränkt, bzw. sogar auf Null reduziert sein kann.

In der Gesetzesbegründung wird auf die Anwendung der Eingliederungshilfen für Bezieher_innen von Leistungen nach dem AsylbLG noch mal in hilfreicher Weise eingegangen (dass dort davon die Rede ist, dass Leistungsberechtigte bereits nach 15 Monaten § 2-Leistungen erhalten können, dürfte dem Gesetzgebungs-Chaos geschuldet sein):
„Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten keine Leistungen der Eingliederungshilfe nach diesem Buch; das gilt auch wenn sie Im Besitz eines Aufenthaltstitels sind. Auf Leistungsberechtigte, die nach 15 Monaten Leistungen nach § 2 Absatz 1 AsylbLG beziehen (sog. „Analogleistungsberechtigte“), sollen allerdings die Regelungen zur Eingliederungshilfe für Ausländer nach Teil 2 des SGB IX-E zukünftig – ebenso wie die Regelungen der Sozialhilfe für Ausländer nach dem SGB XII – entsprechende Anwen-dung finden; § 2 Absatz 1 AsylbLG soll entsprechend geändert werden. Für die Dauer des Grundleistungsbezugs (erste 15 Monate) bietet § 6 Absatz 1 AsylbLG bereits nach geltendem Recht eine Grundlage für die Gewährung von Leistungen der Eingliederungshilfe. Bei der Auslegung und Anwendung dieser Norm obliegt es den Leis-tungsbehörden nach dem AsylbLG, europarechtliche Vorgaben einzuhalten und den Wertentscheidungen völker-rechtlicher Verträge, an die Deutschland gebunden ist (UN-Kinderrechtskonvention, UN-Behindertenrechtskon-vention), Rechnung zu tragen. Dies kommt insbesondere in Betracht, soweit die Gewährung von Eingliederungs-hilfe an Kinder betroffen ist, weil hier nicht nur die UN-Behindertenrechtskonvention, sondern auch die UN-Kinderrechtskonvention zu beachten ist.“ (S. 278 in BT-Drucksache 18/9522)

Dieser Hinweis erscheint uns wichtig, da uns bereits ein Fall bekannt geworden ist, in dem Eingliederungshilfen mit Verweis auf den neuen § 100 SGB 9 eingestellt wurden.

gez.
Sigmar Walbrecht


Freundliche Grüße
Sigmar Walbrecht

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
Röpkestr. 12
D – 30173 Hannover
Tel.: 0511/98 24 60 30
Durchwahl: 0511/84 87 99 73
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Per Mail: +++Zwei der Dreikönige in Flüchtlingslagern festgehalten+++

Januar 5, 2020

Bundesweite Pressemitteilung, Samstag, 4.1.2020

+++Zwei der Dreikönige in Flüchtlingslagern festgehalten+++
Bundesweite politische Kunstaktion entfernt Krippenfiguren aus Kirchen

Zwei der Dreikönige sind heute, am 4. Januar 2020, in Berlin,
Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt, Freiburg, Köln und Münster aus
Weihnachtskrippen in Kirchen durch ein Künstler*innenkollektiv
entfernt worden. Die Aktion „ausgeGRENZT – Dreikönige vor den Toren
Europas“ macht auf die gravierende humanitäre Notlage in den
Flüchtlingslagern an den europäischen Außengrenzen und innerhalb
Europas und die menschenunwürdige Unterbringung in AnkERzentren in
Deutschland aufmerksam.
Die Aktion weist darauf hin, dass die Lager in Deutschland und an den
europäischen Außengrenzen sofort geschlossen werden müssen. Die dort
untergebrachten Menschen müssen in Deutschland und anderen
europäischen Staaten aufgenommen und hier dezentral leben können. Nur
so ist konsequenter Menschenrechtsschutz möglich.
«Die europäische Abschottungspolitik – landläufig ‚europäische Lösung‘
genannt – hat verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene
Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen», sagt Rosa Frahm,
Sprecherin der Aktion.
Ein König sitzt im Lager Moria auf Lesbos fest. Über 40.000
Geflüchtete sind in den europäischen Hotspot-Lagern auf den ägäischen
Inseln zusammengepfercht. Ausgelegt sind diese Lager für insgesamt
6.200 Menschen. Die Situation ist eine humanitäre Katastrophe. Die
Menschen hungern und sind kaum vor Kälte und Regen geschützt. Durch
die miserable hygenische Situation breiten sich Krankheiten aus. Die
europäischen Lager in Griechenland sind das Gesicht Europas, das die
Geflüchteten auf ihrer Suche nach Sicherheit begrüßt.

«Wir müssen jetzt handeln», so Rosa Frahm. «Es kann kein Warten auf
eine ‚europäische Lösung‘ geben, denn die Entmenschlichung und das
Sterben an den EU-Außengrenzen sowie die Entrechtung in Lagern in
Deutschland sind Teil einer kalkulierten europäischen
Flüchtlingsabwehr. Menschen in Not müssen auf sicheren Wegen nach
Europa und Deutschland einreisen können. Daher fordern wir die
visumfreie Einreise, Fähren statt der europäischen Grenzschutzagentur
Frontex und den konsequenten Einsatz für Menschenrechte.»
Ein weiterer König wird im Ankerzentrum Deggendorf festgehalten. Sein
Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, wird als
offensichtlich unbegründet abgelehnt. Zur effektiveren Durchsetzung
seiner Abschiebung darf er den Landkreis nicht verlassen.
Im AnkERzentrum gibt es keinerlei Privatsphäre und die medizinische
Versorgung ist mangelhaft. Ausbleibende Beschulung von Kindern und
beschränkter Zugang zu Rechtsberatung sind an der Tagesordnung. Die
Sprecherin der Aktion erklärt dazu:
«Lager gewährleisten keine menschenwürdige Art der Unterbringung,
egal, ob sie AnkERzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen heißen.
Derzeit verfolgen Bund und Länder hiermit in erster Linie drei Ziele:
Abschreckung, Isolation und Beschleunigung der Ausreise. Allein eine
dezentrale, kommunale Unterbringung kann hier eine vernünftige Lösung
darstellen. Deutschland hat die Kapazitäten dafür und sie ist
erwiesenermaßen auch finanziell günstiger. Es scheitert also nicht am
Geld. Was fehlt ist der politische Wille dazu.»
Diese Lager sind keine Ausnahme. Es gibt sie vor den Toren der EU etwa
in Bosnien, Lybien oder Tunesien, genau wie in der EU unmittelbar an
den europäischen Außengrenzen zB auf der italienischen Insel Lampedusa
oder der griechischen Insel Lesbos. Die Situation in den Lagern ist
insbesondere im Winter lebensbedrohlich. Außerdem gibt es Lager
innerhalb der EU-Länder wie zum Beispiel die Ankerzentren in
Deutschland.
Die Kirchengemeinden wurden von der Aktion überrascht, sie war im
Vorhinein nicht mit ihnen abgesprochen. Sie will aufrütteln und das
Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion
einbringen. Zivilgesellschaftliche Akteur*innen wie
Flüchtlings-Initiativen, Stadtteilgruppen, Kulturschaffende,
Kirchengemeinden u.a. sollen ausdrücklich ermutigt werden, das Thema
für sich aufzugreifen und sich der Kritik an Lagerunterbringung
anzuschließen und an einer solidarischen Migrationspolitik
mitzuarbeiten.

Das Künstler*innenkollektiv steht für Rückfragen und Interviews sehr
gerne zur Verfügung.
Unter @zwei_fehlen können Sie auf unseren Social Media Kanälen weitere
Infos zu der bundesweiten Aktion bekommen.
Kontaktieren Sie uns gerne unter: zweifehlen@posteo.de
Mobil: 0178 4133892

Nationwide press release, Saturday, 4.1.2020

+++Two of the Magi held in refugee camps+++
Nationwide political art campaign removes nativity scene figures from
churches

Two of the Three Kings has been removed from
Christmas cribs in churches by a collective of artists today, January 4,
2020,in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt, Freiburg, Cologne and
Münster. The action „excluded – Epiphanies at the gates of
Europe“ draws attention to the grave humanitarian emergency in the
refugee camps at the European external borders and within Europe and
inhumane accommodation in anchor centres in Germany.
The action points out that the camps in Germany and at the
European external borders must be closed immediately. Those refugees
who are „accommodated“ in Germany and other countries
have to be accomodated in a decentralised manner. Only in this way
consistent human rights protection is possible.

„The European policy of isolationism – commonly known as the ‚European
solution‘- has prevented the two kings from taking the newborn
refugee child Jesus of Nazareth,“ says Rosa Frahm,
Spokeswoman for the action.
A king is trapped in the Moria camp on Lesbos. Over 40,000
Fugitives are stored in the European hotspot camps in the Aegean
Islands crammed together. These bearings are designed for a total of
6,200 people. The situation is a humanitarian disaster. The
People are starving and are hardly protected from the cold and rain.
Through the miserable hygienic situation diseases are spreading. The
European camps in Greece are the face of Europe, which refugees find
first in their search for safety.

„We must act now,“ said Rosa Frahm. „There can be no waiting for
a ‚European solution‘, because dehumanisation and the
Dying at the EU external borders and deprivation of rights in camps in
Germany are part of a calculated European Refugee defense. People in
need must be brought safely to Europe and Germany. Therefore we demand
the visa-free entry, ferries instead of the European Border Management
Agency Frontex and its consistent commitment to human rights.“

Another king is being held at the anchor center in Deggendorf. Its
Request to greet the Messiah with gifts is called
manifestly unfounded rejection. For more effective enforcement
of his deportation he is not allowed to leave the county.
There is no privacy at the AnkERzentrum and the medical
Supply is inadequate. Lack of schooling for children and
limited access to legal advice is the order of the day.
The Spokeswoman of the action explains:
„Camps do not provide a humane form of housing,
whether they’re called anchor centers or primary care facilities.
At present, the Federal Government and the federal states are pursuing
three main objectives:
Deterrence, isolation and expediting departure. Alone a
decentralised, communal accommodation can be a sensible solution here
represent. Germany has the capacity to do this and it is also been
proven to be financially more advantageous. So it does not fail because
of money. What is missing is the political will.“

These camps are no exception. They exist on the doorstep of the EU
in Bosnia, Libya or Tunisia, just like in the EU, directly to
the European external borders, e.g. on the Italian island of Lampedusa
or the Greek island of Lesbos. The situation in the camps is
especially in winter life-threatening. There are also camps
within the EU countries such as the anchor centres in
Germany.
The parishes were surprised by the action, it was not discussed with
them in advance. The action wants to shake up and force again the social
and political discussion about the camp accommodation.
Civil society actors* such as Refugee initiatives, district groups,
cultural workers, Parishes, etc., should be explicitly encouraged
to take up the criticism of the camp accommodation
and to participate in a migration policy based on solidarity
and cooperation.

The artists‘ collective is very open to questions and interviews.
at your disposal.
Under @zwei_fehlen you can find more information on our social media
channels
get information about the nationwide campaign.
You are welcome to contact us at: zweifehlen@posteo.de
Mobile: 0178 4133892

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Per Mail via Coyote-1-Liste: „Ich schaff das nicht allein.“

Dezember 27, 2019

»Ich schaff’ das nicht allein.« // Nach Abschiebung obdachlos in Serbien.
Spendenaufruf mit Film
 
 Nach einer unangekündigten nächtlichen Abschiebung aus dem niedersächsischen Oldenburg landet Diana A., 20 Jahre alt, mit einem zehn Monate alten Baby auf der Straße in Serbien. Weil die deutschen Behörden sich weigern, ihrem in Deutschland geborenen Kind eine ordentliche internationale Geburtsurkunde auszustellen, kann die Mutter ihr Kind weder anmelden noch versichern und auch keine Unterstützung bekommen. Zudem drohen die serbischen Behörden ihr bei Obdachlosigkeit das Kind wegzunehmen.
 
Auf den dringenden Hinweis ihres behandelnden Psychologen aus Oldenburg, der uns zufällig während einer Recherchereise in Serbien erreichte, besuchten wir Diana A. mit ihrer mittlerweile einjährigen Tochter und versuchen seit dem sie zu unterstützen, zunächst um die aus der Abschiebung entstandene Rechtlosigkeit zu ändern.
 
Was wir tun, sollten eigentlich die italienischen, deutschen und serbischen Behörden tun – denn es ist ihr Versagen. Vielleicht noch das der Eltern von Diana, aber weder Dianas noch unseres. Wir haben uns bis jetzt erfolglos an verschiedene Stellen gewandt.
 
Diana A. ist in Italien geboren und aufgewachsen. In Serbien war sie nie zuvor.
Als Jugendliche floh sie mit ihrer Mutter vor familiärer Gewalt nach Deutschland. Aus Italien, wo sie faktisch Inländerin war (und damit auch EU-Bürgerin wäre) – Weil jedoch ihre Mutter zwanzig Jahre zuvor aus dem Kosovo floh und nie eine italienische Staatsbürgerschaft bekam, hatte auch Diana keine. So stellten sie, auf der Suche nach Schutz, in Deutschland Asylanträge. Dianas Schutzersuchen lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ab.
 
Niedersächsische Abschiebebehörde: Ohne Rücksicht auf Verluste.
 
Dann ersuchte die zuständige deutsche Behörde den Staat Serbien um »Rückübernahme«. Und ordnete die Abschiebung der jungen Mutter dorthin an. Eine Kombination von Behördenentscheidungen ohne Verantwortungsübernahme, ohne Rücksicht auf die Schutzbedürftigkeit einer jungen alleinstehenden Romni, oder auf Kindeswohl ist im Ergebnis mehr als nur ein Desintegrationsprogramm. Die Folgen tragen die junge Frau und ihr Kind – während sich Beamte hinter Rechtmäßigkeiten verstecken. Denn die Risiken sind hoch und vielfältig. Ohne Sicherheit und Absicherung sind Abhängigkeiten vorprogrammiert. Um nicht wieder auf der Straße zu landen, um nicht das Kind zu verlieren. Das Kind ist aufgrund der Papierlosigkeit weder krankenversichert noch ausreichend versorgt. Angehörig zur Minderheit der Roma lebt Diana in einer der Hochburgen der serbischen Neonaziszene in feindlicher Umgebung gefährlich.
 
Diana wandte sich mehrfach an alle für sie verfügbaren Stellen und auch wir haben während eines Besuches versucht, über unsere Netzwerke Unterstützung zu organisieren, konnten aber bis jetzt nichts erreichen. Verschiedene NGOs und Beratungsstellen konnten bis jetzt ebenso wenig weiterhelfen, wie die Behörden es wollten. Wir bleiben dran, freuen uns aber über jede Unterstützung.
 
Darum möchten wir um finanzielle Unterstützung bitten. Diese könnte mindestens ein wenig Unabhängigkeit und eine kleine Ruhepause verschaffen.

Spenden bitte mit Verwendungszweck Diana
an Roma Center e.V. 
Iban: DE11 2605 0001 0056 0575 40
BIC:    NOLADE21GOE
 
Schaut euch unseren Film mit Diana an: https://vimeo.com/371437126/6414990d44
 
Danke!
Roma Center e.V.
Roma Antidiscrimination Network
Am Leinekanal 4
37073 Göttingen
T: 0551-388 7633
http://www.ran.eu.com
http://www.roma-center.de

Unmenschlichkeit hat einen Namen › Piratenpartei Niedersachsen

Dezember 14, 2019

Durch die Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen aus Bund und Ländern hat das niedersächsische Ministerium für Arbeit, …
— Weiterlesen piraten-nds.de/2019/12/13/unmenschlichkeit-hat-einen-namen/

Carola Rackete, Kapitänin der Sea-Watch

Juli 1, 2019


Carola Rakete, Kapitänin der Sea-Watch © Sea-Watch

Die 40 Flüchtlinge von der „Sea-Watch 3“ haben endlich trockenen Boden unter den Füßen. Doch der Kapitänin des Rettungschiffs droht jetzt eine Haftstrafe. Sie erhält diplomatischen Beistand und viel Rückendeckung aus Deutschland. Nur FDP hält ihre Festnahme für gerechtfertigt.
MiGAZIN
Die Festnahme der deutschen „Sea-Watch“-Kapitänin Carola Rackete durch italienische Behörden hat in Deutschland vielfach Empörung ausgelöst. Die 31-Jährige war am Samstagmorgen in Lampedusa festgenommen worden, unmittelbar nachdem sie das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 40 Flüchtlingen in den Hafen der italienischen Insel gesteuert hatte. Sie hatte dazu keine Genehmigung erhalten. Die Migranten, die mehr als zwei Wochen auf der „Sea-Watch 3“ waren, gingen in Italien an Land, wie lokale Medien berichteten. Inzwischen steht Rackete unter Hausarrest.
Außenminister Heiko Maas (SPD) appellierte per Twitter an die italienische Justiz, die Vorwürfe schnell zu klären. „Menschenleben zu retten ist eine humanitäre Verpflichtung. Seenotrettung darf nicht kriminalisiert werden“, erklärte der Minister am Samstag. Auch weitere Politiker von SPD, Grünen und Linken setzten sich für Rackete ein. Die evangelische Kirche sprach von einer „Schande für Europa“.
weiterlesen

Newsletter #ac2106 #FridaysForFuture

Juni 19, 2019

Pünktlich zum anstehenden Zentralstreik in Aachen am 21./22.6. haben wir unseren nächsten NEWSLETTER ✉ fertiggestellt:

▶Programm für Freitag

▶Veranstaltungen am Samstag

▶Tipps, wie Du unterstützen kannst

Download hier: hamburg.parentsforfuture.cloud/newsletter/P4F…

#ac2106

#FridaysForFuture

twitter.com/p4f_hamburg/status/1141062238456942593

UPDATE!!!!! #SaveYourInternet #Uploadfilter #StopArt13

März 5, 2019

Eil-Demo Newsticker *UPDATE*: Wir haben weitere Städte hinzufügt. Kommt vorbei, bringt Freunde mit und seid laut, aber friedlich. Wieviele Teilnehmer bekommen wir in unter 24 Stunden zusammen? Twitter-Community, wir brauchen euch jetzt!

#SaveYourInternet #Uploadfilter #StopArt13

twitter.com/uploadfilter/status/1102689547455029248

Rede Claus-Peter Reisch in Dresden

Februar 24, 2019

www.youtube.com/watch

Erhalten per Mail via Mailingliste – Informationen des Bundesfachverband umF

Februar 6, 2019

Guten Morgen,

anbei die Weiterleitung vin Informationen/News vom Bundesfachverband umf e.V.:

1. Tagung zu Übergängen in Hannover
2. Teilnahme am Kinderrechtereport
3. Projekt „Jugendhilfe macht’s möglich?!“

Tagung vom 9.4.- 10.4. 2019 in Hannover: „Übergänge – Junge Geflüchtete zwischen den Systemen“

Übergänge finden überall dort statt, wo verschiedene (rechtliche) Systeme aufeinanderprallen – und stellen Betroffene und ihre Unterstützer/innen vor immense Herausforderungen. Die Tagung in Hannover behandelt Probleme und Handlungsmöglichkeiten in Spannungsfeldern wie Jugendhilfe- und Ordnungsrecht, Ausbildung und Bleibeperspektive oder Gesundheitsversorgung und Kriminalisierung. Hierzu werden fachliche Expertise und überregionale Vernetzung angeboten sowie praxisorientierte Lösungen erarbeitet.

Zur Veranstaltung

Teilnahme am Kinderrechtereport

Die National Coalition Deutschland – das Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V. lädt Kinder und Jugendliche zur Teilnahme am „Zweiten Kinderrechtereport“ ein. Hierüber können Minderjährige ihre Anliegen an Politik und Öffentlichkeitsarbeit herantragen. Die Ergebnisse werden dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes übermittelt.

Zur Teilnahme am Report

Projekt „Jugendhilfe macht’s möglich?!“

Im BumF ist das Projekt „Jugendhilfe macht’s möglich?! Rechte junger Geflüchteter und ihrer Familien stärken“ gestartet. Mit dem partizipativen Projekt werden begleitete Minderjährige selbst, ihre Eltern und die sie unterstützenden Fachkräfte an der Schnittstelle Jugendhilfe – Flüchtlingssozialarbeit unterstützt. Bei Fragen und Anregungen zum Thema können Sie sich gerne an die Projektmitarbeiterinnen wenden.

Zur Meldung

Herzliche Grüße,

Dörthe Hinz

Dörthe Hinz

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
Röpkestr. 12
30173 Hannover

Tel.: 0511/98 24 60 30

Ansehen! Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Dezember 19, 2018

vimeo.com/305167669

Seebrücke

Dezember 18, 2018

Seebrücke

🙂 Hoffentlich nicht nur auf https://yallayallaeurope.wordpress.com/2018/12/18/seebruecke/
— Weiterlesen yallayallaeurope.wordpress.com/2018/12/18/seebruecke/

Erhalten per Mail via Fluchtliste: Kampagne Schule gegen Abschiebung

Dezember 7, 2018

Liebe Leute,

wir sind gerade dabei, die Broschüre für die Kampagne Schule ohne
Abschiebung zu verfassen.
Hierzu wäre es toll, wenn wir weitere Berichte von Lehrkräften oder
Schüler_innen hätten, die sich gegen die Abschiebung einer
Schüler_in engagiert haben, damit die Leser_innen ermutigt werden,
selbst tätig zu werden.

Ein Bericht von Schülis oder Lehrkräften, deren Mit/Schüler_in
abgeschoben wurde, wäre auch interessant,
um zu sehen, was eine Abschiebung aus eigener Perspektive mit den
beteiligten Jugendlichen macht.
Eigene Themenvorschläge von Schhüler_innen sind auch willkommen. Falls
sie sich nicht zutrauen, selbst
was zu schreiben: Ich unterstütze sie dabei.

Wenn ihr da was wisst, könnt ihr gerne die Infos zur Kampagne und meine
E-Mail-Adresse an die entsprechenden Personen weitergeben. Vielen Dank!

Ihr könnt die Infos auch an Schulen, Schulpersonal und Schüler_innen
weiterleiten, die Interesse hätten,
die Broschüre zu bekommen. Sie wird voraussichtlich im Januar fertig
sein und kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Viele Grüße
Sandra

PS: Sorry an diejenigen, die die Mail schon über unseren Verteiler
bekommen haben.

http://www.schule-ohne-abschiebung.org

Roma Center e.V.
Roma Antidiscrimination Network
Am Leinekanal 4
37073 Göttingen
T: 0551-388 7633
http://www.ran.eu.com
http://www.roma-center.de
>
>

Erhalten per Mail via Fluchtliste: Presseerklärung Pro Asyl und umF

November 20, 2018

Kompromiss zum Einwanderungsgesetz: Geduldete Schüler/innen, Studierende und Alleinerziehende dürfen nicht vergessen werden.

20.11.2018

Gemeinsame Pressemitteilung von PRO ASYL und Bundesfachverband umF
Der Bundesfachverband umF und PRO ASYL befürchten, dass der laut Medienberichten erzielte Kompromiss beim Einwanderungsgesetz zu Bildungsabbrüchen führt, wenn nur eine Beschäftigungsduldung und nicht gleichzeitig Perspektiven für geduldete Schüler/innen und Studierende geschaffen werden. Zudem warnen die Organisationen davor, dass die Regelungen für Azubis und Arbeitnehmende ins Leere laufen, wenn die Beschäftigungsverbote für Geduldete bestehen bleiben.

„Wir befürchten ein Förderprogramm für Schul- und Studienabbrüche“, erklärt Tobias Klaus vom Bundesfachverband umF. „Wenn Perspektiven für eine Aufenthaltssicherung nur über Arbeit und Ausbildung bestehen, werden zahlreiche junge Menschen die Schulen verlassen und arbeiten, statt ihren Bildungsweg fortzusetzen.“ Notwendig ist eine Regelung von der Studierende, Schüler, Azubis und Arbeitnehmende gleichermaßen profitieren.

Bereits jetzt verlassen viele Jugendliche zu früh die Schule, da sie ihren Aufenthalt nur über die Ausbildung sichern können. In der pädagogischen Arbeit mit den Jugendlichen wird dieses Problem unter „Ausbildungszwang“ diskutiert. Bleibt es bei der öffentlich gewordenen Einigung droht ein „Beschäftigungszwang“ und ein mögliches Abrutschen in prekäre Arbeitsverhältnisse. Ein solcher Beschäftigungszwang wäre auch gesamtgesellschaftlich kontraproduktiv, da höhere Bildungsabschlüsse die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit und dauerhaften Leistungsbezug sind.

Der Ansatz greift darüber hinaus zu kurz, wenn Geduldete zum Teil erst gar keine Arbeit aufnehmen dürfen. „Wir brauchen echte Perspektiven statt eiliger Kompromisse“, erklärt Günter Burkhardt von PRO ASYL. „Wenn Menschen weiterhin Arbeit und Ausbildung verboten werden kann, läuft jede Neuregelung ins Leere“.

Laut Medienberichten sieht ein Kompromiss zwischen Union und SPD zum Einwanderungsgesetz eine neue Beschäftigungsduldung vor, wenn geduldete Schutzsuchende mindestens eineinhalb Jahre mit mindestens 35 Wochenstunden sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Zudem soll es Verbesserungen für Auszubildende geben. „Personen, die halbtags arbeiten können, wie etwa Alleinerziehende, dürfen nicht im Stich gelassen werden. Sonst drohen insbesondere Frauen ausgeschlossen zu werden“, warnt Burkhardt.

Zur Pressemitteilung (pdf)


Dörthe Hinz

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
Röpkestr. 12
30173 Hannover

Tel.: 0511/98 24 60 30
Durchwahl: 0511/98 24 60 37
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Per Mail via Coyote-Liste: Presseerklärung Flüchtlingsrat Hamburg

November 19, 2018

Presseerklärung

Hamburger Innen- und Justizbehörde leistet Amtsbeihilfe bei menschenrechtswidriger, lebensgefährdender Abschiebung eines Geflüchteten aus Tschetschenien im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

In der vergangenen Woche wurde der aus Tschetschenien geflüchtete Herr A., der mehrere Jahre als Asylsuchender zusammen mit seiner Familie in Mecklenburg-Vorpommern gelebt hat, unter Verfügung der Ausländerbehörde Stralsund in einer nächtlichen Aktion verhaftet und gefesselt und mit schwarzer Sichtschutzbrille versehen nach Hamburg verbracht. In Hamburg wurde Herr A. im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis am Hamburger Flughafen inhaftiert.

Herr A. wurde bei dieser, nach Ansicht des Hamburger Flüchtlingsrats, menschenrechtswidrigen Aktion, in Stralsund von seiner Frau und seinen drei Kindern, das jüngste der Kinder ist gerade 5 Monate alt, getrennt.

Herr A. ist, das geht aus mehreren Attesten hervor, schwer traumatisiert und suizidgefährdet. Die Gründe hierfür liegen zum einen in seinem Verfolgungsschicksal in Tschetschenien – dort war er über längere Zeit inhaftiert – , aber auch darin, dass er in einer Unterkunft in Mecklenburg-Vorpommern Opfer eines Messerangriffs wurde, bei dem er lebensgefährlich verletzt  worden ist. Herr A. war bis zu seiner Verhaftung in engmaschiger psychiatrischer Behandlung, d.h. er nahm regelmäßig, alle 3-4 Wochen, an einer Gesprächstherapie teil und wurde psychopharmakologisch behandelt.

Herr A. ist laut vorliegender Atteste bei einer Abschiebung in sein Heimatland akut suizidgefährdet.

Herr A. hatte bei der nächtlichen Abschiebung keine Chance, seine Medikamente mitzunehmen und hat auch im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis, obwohl seine Atteste der Mitarbeiterin der Ausländerbehörde Stralsund, Frau Bernd, Tel.: 01733069732 oder 038313572142 und nach Aussagen der Anwältin von Herrn A., Bernice Böhlo, auch dem ihn im Hamburg Abschiebegewahrsam/-gefängnis behandelnden Amtsarzt vorlagen, keine für ihn aus medizinischer Sicht dringend erforderlichen Medikament erhalten. Der Allgemeinmediziner Ernst Soldan und Franz Forsmann vom Hamburger Flüchtlingsrat haben Herrn A. am Samstag, den 17.11.2018 im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis besucht. Herrn Soldan wurde es untersagt, Herrn A. zu untersuchen und Gespräche, in denen es um seinen Zustand aus medizinischer Sicht  geht, mit Herrn A. zu führen.
Selbst wenn eine amtsärztliche Untersuchung zum Ergebnis der Reisefähigkeit kommt, so ist zum einen nicht klar, wie diese Untersuchung, d.h. von welchem Mediziner mit welcher Übersetzung, erfolgt ist. Zudem ist nicht klar, ob nur der reine Transportvorgang oder auch die Frage der Anschlussbehandlung und die Frage der gesundheitlichen Verfassung kurz nach der Abschiebung nach Entlassung durch die Bundespolizei untersucht worden ist.

Hierzu: Beschlussfassung Deutscher Ärztetag:

„In diesem Zusammenhang ist die Beschränkung einer medizinischen Begutachtung auf bloße „Reisefähigkeit“ eindeutig abzulehnen, da sie nicht mit den ethischen Grundsätzen ärztlichen Handels vereinbar ist.

Der Gesetzgeber wird aufgefordert, die Grundlage dafür zu schaffen, dass eine kompetente, umfassende und der ärztlichen Sorgfalt entsprechende Begutachtung zu jeder Zeit der Inanspruchnahme bei der Rückführung von Ausländern sichergestellt wird.“

https://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/beschlussprotokolle-ab-1996/107-daet-2004/zu-punkt-vi-der-tagesordnung-taetigkeitsbericht-der-bundesaerztekammer/sonstiges/begutachtung-der-rueckfuehrungsfaehigkeit-von-auslaendern/

Der Hamburger Flüchtlingsrat fordert, dass die menschenrechtswidrige Abschiebung von Herr A., der am Montag Morgen von Hamburg aus zum Abschiebeflughafen, voraussichtlich nach Berlin, verbracht und von dort abgeschoben werden soll, sofort ausgesetzt wird. Das Leben von Herrn A. ist, sollte die Abschiebung durchgeführt werden, akut gefährdet. Auch angesichts der Tatsache, dass sich bereits vor kurzer Zeit ein afghanischer Geflüchteter, der im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis inhaftiert war und sich in einer ähnlichen medizinischen Situation befand, nach der Abschiebung das Leben genommen hat, muss die Abschiebung von Herrn A. sofort gestoppt werden. Alles andere wäre unverantwortlich und muss als das Leben von Herr A. gefährdend eingestuft werden.

Der Hamburger Flüchtlingsrat fordert zudem, dass die Rolle der Hamburger Innen- und Justizbehörde bei dieser menschenrechtswidrigen Abschiebung eins schwer kranken und suizidgefährdeten Geflüchteten, deren Gefährdung durch die Trennung von seiner Familie in unverantwortliche Weise zugenommen hat, parlamentarisch untersucht wird. Insbesondere auch die Tatsache, unter welchen Herr A. nach Hamburg verbracht und sehr wahrscheinlich auch wieder abtransportiert wird, und dass Herr A. im Hamburger Abschiebegewahrsam/gefängnis keine für ihn existentiell wichtigen Medikamente erhalten hat, muss Gegenstand der Untersuchung sein.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie von:
Rechtsanwältin Bernice Böhlo, Berlin, Tel.: Tel: 030 247 240 90, Fax: 030 283 909 91
info@aufenthaltundsoziales.de
Franz Forsmann, Hamburger Flüchtlingsrat, Tel.: 015151434430
Allgemeinmediziner Ernst Soldan, Tel.: 01751629450

Mit freundlichen Grüßen

Franz Forsmann
Flüchtlingsrat Hamburg e.V

Erhalten per Mail via Liste: Jugendhilfe für begleitete minderjährige Flüchtlinge

November 15, 2018

Jugendhilfe für begleitete minderjährige Geflüchtete

Begleitete minderjährige Geflüchtete haben einen Anspruch auf Jugendhilfeleistungen des SGB VIII

Bundesweiter Handlungsleitfaden für die Kolleginnen und Kollegen in den Jugendämtern (ASD; BSA; VMS; RSD; KSD) und der Asylsozialberatung

http://www.aks-muenchen.de/…/jugendhilfe-fuer-begleitete-m…/

„Ein Großteil der geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die in Begleitung ihrer Eltern nach Deutschland einreisen, erhält während der Unterbringung in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften keine Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, obwohl sie einen umfänglichen Anspruch auf Jugendhilfeleistungen hätten.Minderjährige sind in den Unterkünften durch die extrem beengten Verhältnisse, fehlende kindergerechte Räume und Rückzugsmöglichkeiten und mangelhaften Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssystem von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen und einem entwicklungsgefährdenden und destabilisierenden Umfeld ausgesetzt.

Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit München hat nach Auswertung diverser Rechtsgutachten und Rücksprache mit dem Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e. V. (BumF) einen Leitfaden erarbeitet, der sich im Anhang befindet. Wir wenden uns an Sie mit der Bitte, diesen großflächig an alle Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die in diesem Bereich tätig sind, weiter zu leiten. Wir appellieren an alle, die mit geflüchteten Familien arbeiten, sich für die Rechte begleiteter geflüchteter Kinder und Jugendlicher einzusetzen und die Familien mit ihren Problemen nicht alleine zu lassen.“ (AK S München)

Ergänzend noch der Hinweis auf die Handreichung vom BumF e.V. und Unicef (2017): „Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe in Flüchtlingsunterkünften“, https://b-umf.de/src/wp-content/uploads/2017/12/Handreichung_Kinder-_und_Jugendhilfe_%C3%BCberarbeitet.pdf

Darüberhinaus noch folgender Hinweis: Die „Hilfen für junge Volljährige“ ( 18 bis zum 21. Lebensjahr(im Einzelfall 27.LJ)) gemäß § 41 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) sind auch für junge Menschen zu beantragen und bei vorliegendem sozialpädagogischem Hilfe-/Unterstützungsbedarf zu gewähren, die „erst“ mit 18/19 Jahren in Deutschland einreisen.

Mehr dazu unter F. Junge Volljährige: https://www.nds-fluerat.org/infomaterial/materialien-fuer-die-beratung/arbeitshilfen-umf/

Herzliche Grüße,

Dörthe Hinz


Dörthe Hinz

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
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30173 Hannover

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Telefonsprechzeiten: Mo-Fr: 10.00 bis 12.30, Di+Do: 14.00 bis 16.00

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Spenden an den Flüchtlingsrat sind steuerlich absetzbar.

Steuer-Nr. 25/206/30501
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Aktuelle Medienberichte (+ in eigener Sache)

August 29, 2018

Aktuelle Medienberichte (+ in eigener Sache)

https://yallayallaeurope.wordpress.com/2018/08/29/aktuelle-medienberichte-in-eigener-sache/
— Weiterlesen yallayallaeurope.wordpress.com/2018/08/29/aktuelle-medienberichte-in-eigener-sache/

Schlimme Berichte aus Kroatien …

Jugendamt bedroht die Familien im Görlitzer Park #refugeeprotest #keinmenschistillegal

September 22, 2014

Vor ein paar Tagen verteilten Mitarbeiter_innen des Jugendamts an Roma Familien im Görlitzer Park – die wegen der Räumung der Ohlauer Schule und der Verweigerung von Wohnraum gezwungen sind, auf der Straße zu leben – Schreiben in ausschließlich deutscher Sprache, … Continue reading

Lo vi en refugee strike berlin http://ift.tt/1mv7TMA