Posts Tagged ‘abschiebung’

Wien – Vienna … not just … #refugees

Februar 1, 2020

facebook.com/events/s/demo-to-save_iraqi_people/1575000542647674/

As we see , what’s happening in Iraq from the 01.oct.2019 until now that the Iraqi government starts to kill Iraqi people after protesting against the corruption in the Iraqi system.

Now it’s the time to say enough, enough killing , enough violence and stop destroying whole community.

We stand all together to tell those people we support you for freedom for better life .

Sunday 2.feb.2020

Stock-im-Eisen-Platz 4, 1010 Wien .

Per Mail: +++Zwei der Dreikönige in Flüchtlingslagern festgehalten+++

Januar 5, 2020

Bundesweite Pressemitteilung, Samstag, 4.1.2020

+++Zwei der Dreikönige in Flüchtlingslagern festgehalten+++
Bundesweite politische Kunstaktion entfernt Krippenfiguren aus Kirchen

Zwei der Dreikönige sind heute, am 4. Januar 2020, in Berlin,
Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt, Freiburg, Köln und Münster aus
Weihnachtskrippen in Kirchen durch ein Künstler*innenkollektiv
entfernt worden. Die Aktion „ausgeGRENZT – Dreikönige vor den Toren
Europas“ macht auf die gravierende humanitäre Notlage in den
Flüchtlingslagern an den europäischen Außengrenzen und innerhalb
Europas und die menschenunwürdige Unterbringung in AnkERzentren in
Deutschland aufmerksam.
Die Aktion weist darauf hin, dass die Lager in Deutschland und an den
europäischen Außengrenzen sofort geschlossen werden müssen. Die dort
untergebrachten Menschen müssen in Deutschland und anderen
europäischen Staaten aufgenommen und hier dezentral leben können. Nur
so ist konsequenter Menschenrechtsschutz möglich.
«Die europäische Abschottungspolitik – landläufig ‚europäische Lösung‘
genannt – hat verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene
Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen», sagt Rosa Frahm,
Sprecherin der Aktion.
Ein König sitzt im Lager Moria auf Lesbos fest. Über 40.000
Geflüchtete sind in den europäischen Hotspot-Lagern auf den ägäischen
Inseln zusammengepfercht. Ausgelegt sind diese Lager für insgesamt
6.200 Menschen. Die Situation ist eine humanitäre Katastrophe. Die
Menschen hungern und sind kaum vor Kälte und Regen geschützt. Durch
die miserable hygenische Situation breiten sich Krankheiten aus. Die
europäischen Lager in Griechenland sind das Gesicht Europas, das die
Geflüchteten auf ihrer Suche nach Sicherheit begrüßt.

«Wir müssen jetzt handeln», so Rosa Frahm. «Es kann kein Warten auf
eine ‚europäische Lösung‘ geben, denn die Entmenschlichung und das
Sterben an den EU-Außengrenzen sowie die Entrechtung in Lagern in
Deutschland sind Teil einer kalkulierten europäischen
Flüchtlingsabwehr. Menschen in Not müssen auf sicheren Wegen nach
Europa und Deutschland einreisen können. Daher fordern wir die
visumfreie Einreise, Fähren statt der europäischen Grenzschutzagentur
Frontex und den konsequenten Einsatz für Menschenrechte.»
Ein weiterer König wird im Ankerzentrum Deggendorf festgehalten. Sein
Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, wird als
offensichtlich unbegründet abgelehnt. Zur effektiveren Durchsetzung
seiner Abschiebung darf er den Landkreis nicht verlassen.
Im AnkERzentrum gibt es keinerlei Privatsphäre und die medizinische
Versorgung ist mangelhaft. Ausbleibende Beschulung von Kindern und
beschränkter Zugang zu Rechtsberatung sind an der Tagesordnung. Die
Sprecherin der Aktion erklärt dazu:
«Lager gewährleisten keine menschenwürdige Art der Unterbringung,
egal, ob sie AnkERzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen heißen.
Derzeit verfolgen Bund und Länder hiermit in erster Linie drei Ziele:
Abschreckung, Isolation und Beschleunigung der Ausreise. Allein eine
dezentrale, kommunale Unterbringung kann hier eine vernünftige Lösung
darstellen. Deutschland hat die Kapazitäten dafür und sie ist
erwiesenermaßen auch finanziell günstiger. Es scheitert also nicht am
Geld. Was fehlt ist der politische Wille dazu.»
Diese Lager sind keine Ausnahme. Es gibt sie vor den Toren der EU etwa
in Bosnien, Lybien oder Tunesien, genau wie in der EU unmittelbar an
den europäischen Außengrenzen zB auf der italienischen Insel Lampedusa
oder der griechischen Insel Lesbos. Die Situation in den Lagern ist
insbesondere im Winter lebensbedrohlich. Außerdem gibt es Lager
innerhalb der EU-Länder wie zum Beispiel die Ankerzentren in
Deutschland.
Die Kirchengemeinden wurden von der Aktion überrascht, sie war im
Vorhinein nicht mit ihnen abgesprochen. Sie will aufrütteln und das
Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion
einbringen. Zivilgesellschaftliche Akteur*innen wie
Flüchtlings-Initiativen, Stadtteilgruppen, Kulturschaffende,
Kirchengemeinden u.a. sollen ausdrücklich ermutigt werden, das Thema
für sich aufzugreifen und sich der Kritik an Lagerunterbringung
anzuschließen und an einer solidarischen Migrationspolitik
mitzuarbeiten.

Das Künstler*innenkollektiv steht für Rückfragen und Interviews sehr
gerne zur Verfügung.
Unter @zwei_fehlen können Sie auf unseren Social Media Kanälen weitere
Infos zu der bundesweiten Aktion bekommen.
Kontaktieren Sie uns gerne unter: zweifehlen@posteo.de
Mobil: 0178 4133892

Nationwide press release, Saturday, 4.1.2020

+++Two of the Magi held in refugee camps+++
Nationwide political art campaign removes nativity scene figures from
churches

Two of the Three Kings has been removed from
Christmas cribs in churches by a collective of artists today, January 4,
2020,in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt, Freiburg, Cologne and
Münster. The action „excluded – Epiphanies at the gates of
Europe“ draws attention to the grave humanitarian emergency in the
refugee camps at the European external borders and within Europe and
inhumane accommodation in anchor centres in Germany.
The action points out that the camps in Germany and at the
European external borders must be closed immediately. Those refugees
who are „accommodated“ in Germany and other countries
have to be accomodated in a decentralised manner. Only in this way
consistent human rights protection is possible.

„The European policy of isolationism – commonly known as the ‚European
solution‘- has prevented the two kings from taking the newborn
refugee child Jesus of Nazareth,“ says Rosa Frahm,
Spokeswoman for the action.
A king is trapped in the Moria camp on Lesbos. Over 40,000
Fugitives are stored in the European hotspot camps in the Aegean
Islands crammed together. These bearings are designed for a total of
6,200 people. The situation is a humanitarian disaster. The
People are starving and are hardly protected from the cold and rain.
Through the miserable hygienic situation diseases are spreading. The
European camps in Greece are the face of Europe, which refugees find
first in their search for safety.

„We must act now,“ said Rosa Frahm. „There can be no waiting for
a ‚European solution‘, because dehumanisation and the
Dying at the EU external borders and deprivation of rights in camps in
Germany are part of a calculated European Refugee defense. People in
need must be brought safely to Europe and Germany. Therefore we demand
the visa-free entry, ferries instead of the European Border Management
Agency Frontex and its consistent commitment to human rights.“

Another king is being held at the anchor center in Deggendorf. Its
Request to greet the Messiah with gifts is called
manifestly unfounded rejection. For more effective enforcement
of his deportation he is not allowed to leave the county.
There is no privacy at the AnkERzentrum and the medical
Supply is inadequate. Lack of schooling for children and
limited access to legal advice is the order of the day.
The Spokeswoman of the action explains:
„Camps do not provide a humane form of housing,
whether they’re called anchor centers or primary care facilities.
At present, the Federal Government and the federal states are pursuing
three main objectives:
Deterrence, isolation and expediting departure. Alone a
decentralised, communal accommodation can be a sensible solution here
represent. Germany has the capacity to do this and it is also been
proven to be financially more advantageous. So it does not fail because
of money. What is missing is the political will.“

These camps are no exception. They exist on the doorstep of the EU
in Bosnia, Libya or Tunisia, just like in the EU, directly to
the European external borders, e.g. on the Italian island of Lampedusa
or the Greek island of Lesbos. The situation in the camps is
especially in winter life-threatening. There are also camps
within the EU countries such as the anchor centres in
Germany.
The parishes were surprised by the action, it was not discussed with
them in advance. The action wants to shake up and force again the social
and political discussion about the camp accommodation.
Civil society actors* such as Refugee initiatives, district groups,
cultural workers, Parishes, etc., should be explicitly encouraged
to take up the criticism of the camp accommodation
and to participate in a migration policy based on solidarity
and cooperation.

The artists‘ collective is very open to questions and interviews.
at your disposal.
Under @zwei_fehlen you can find more information on our social media
channels
get information about the nationwide campaign.
You are welcome to contact us at: zweifehlen@posteo.de
Mobile: 0178 4133892

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Erhalten per Mail via Fluchtliste: 25 Jahre Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e. V.

Mai 18, 2019

25 Jahre Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.

 

Büren – Am 19. 5. 1994 wurde der Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V. gegründet. Seitdem unterstützt er die Gefangenen in der Abschiebehaftanstalt Büren, legt Zeugnis ab über Missstände in der Haft und verfolgt mit seiner Öffentlichkeitsarbeit das Ziel, Abschiebehaft abzuschaffen.

Jeden Donnerstag besuchen die aktiven Betreuer und Betreuerinnen des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V. die Gefangenen der größten Abschiebehaftanstalt Deutschlands. Dabei werden sie mit unterschiedlichen Problemen der Gefangenen konfrontiert.  Regelmäßig stellen die Gefangenen die Frage, warum sie überhaupt inhaftiert sind. Sie können sich nicht vorstellen, dass man in Deutschland bis zu 18 Monate inhaftiert werden kann, ohne dass man eine Straftat begangen hat. Eine andere drängende Frage ist natürlich, wie man es erreichen kann, aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Der Verein hilft bei der Suche nach einem Rechtsanwalt und bespricht mit den Gefangenen die Gerichtspapiere. „Wir müssen feststellen, dass in über 50 Prozent der Fälle, die wir begleitet haben, höhere Gerichte die Haft für unrechtmäßig erklärt haben“, so Frank Gockel, Pressesprecher des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren.

Der Verein hat in der Vergangenheit viele Höhen und Tiefen erlebt. „So beeinträchtigt wie heute war unsere Betreuungsarbeit jedoch noch nie“, kritisiert Gockel. Organisatorische Vorgaben der Gefängnisleitung verhindern, dass der Verein die Gefangenen sprechen kann, die zu sprechen er für wichtig hält. Zudem wird die Zuführung in die Besuchsabteilung so in die Länge gezogen, dass sich unnötige und unzumutbare Pausen in der zur Verfügung stehenden ehrenamtlichen Beratungszeit ergeben. „Wenn ich früher pro Nachmittag 10 bis 15 Menschen nach meiner Auswahlsprechen konnte, so muss ich heute froh sein, wenn mir fünf Gefangene, und zwar nach Auswahl des Gefängnisses, zugeführt werden“, so Gockel.

„Zuletzt sind die Haftbedingungen für die Inhaftierten zunehmend schlechter geworden. Seit Anfang des Jahres sorgt dafür das neue Abschiebehaftvollzugsgesetz der Landesregierung. Leider nehmen auch die Skandale in der letzten Zeit deutlich zu“, so Gockel. Er erinnert unter anderem an die Anweisung einer leitenden Beamtin, Medikamente unter das Essen zu mischen, an Fehlbestände in der Gefängnisapotheke und an den Bericht der Nationalstelle zur Verhütung von Folter, in dem zahlreiche Missstände beanstandet werden.

Der Verein setzt sich seit 25 Jahre für die Abschaffung der Abschiebehaft ein. Von 1994 an, wo allein in NRW mehr als 1.000 Menschen gleichzeitig inhaftiert waren, hat sich über die Jahre die Zahl der Häftlinge deutlich reduziert. Im Jahre 2014, als wegen der Trennung von Strafgefangenen und Abschiebehäftlingen die Haftanstalt vorübergehend geschlossen war, waren teilweise unter 10 Gefangene aus NRW.  Seit der Wiedereröffnung 2015 steigt die Zahl der in Büren Inhaftierten kontinuierlich. „Aktuell sind ca. 140 Menschen inhaftiert. Die Landesregierung möchte im nächsten Schritt 175 Haftplätze schaffen, allerdings scheitert das aktuell am Personalmangel. Kaum einer will in diesem Bereich arbeiten. Aus internen Quellen wissen wir, dass bereits ein Ausbau bis auf 250 Haftplätze anvisiert wird – für Menschen, denen nicht wegen einer Straftat, sondern zur Erleichterung der Arbeit der Behörden das Grundrecht auf Freiheit genommen wird“, so Gockel.

____________________________________________

Frank Gockel
Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.

Remminghauser Str. 47
32760 Detmold

Tel.: 0 52 31 – 60 10 89
Tel.: 01 71 – 475 92 40
Fax: 0 52 31 – 60 10 85

e-Mail: Gockel@gegenAbschiebehaft.de
Internet: http://www.gegenAbschiebehaft.de

Received per Mail:

April 25, 2019

Information against fear – Against deportations to Afghanistan – let’s fight together for the right to stay!
Last update: March 2019

Published by Welcome to Europe: http://w2eu.info/

Since Germany has regularly carried out collective deportations to Afghanistan, the fear of deportation is huge in the Afghan community. Many are insecure and fear that they could be the next to be deported to Afghanistan. In most cases this fear is unfounded! Contrary to what is often claimed, the chances of Afghan refugees being granted the right to stay in Germany are still not bad. And despite regular collective deportations, only a comparatively small part of the Afghan community is threatened by deportation to Afghanistan.

The main aim of deportations is to spread fear among a whole group of refugees in order to persuade them to change itineraries and destination countries or to „voluntarily“ return to Afghanistan. The German government hopes that everyone will pick up the phone and call their relatives and friends in Afghanistan, Pakistan and Iran to tell them: „Don’t come to Europe, you have no chance here“. That’s exactly what you shouldn’t do! Instead of spreading panic and rumours, it is important to network and get good advice and support as early as possible.

In many cities it has been possible to establish solidarity networks between those affected and supporters and thus largely prevent deportations of Afghans. We therefore propose to join forces and build solidarity so that fear does not spread among people who already have enough problems. And for supporters, too, fear is usually a bad advisor. Sorted information and a look at possible solutions help those affected more than excitement and hectic.

If you do not yet have a lawyer or contact with a local counselling centre and supporters, you should contact the Refugee Council of your own federal state as soon as possible: https://www.proasyl.de/en/our-network/.

Helpful contacts can also be found here (http://w2eu.info/germany.en/articles/germany-contacts.en.html) and here (https://www.proasyl.de/en/pro-asyl-advice-in-individual-cases/).

You can also contact PRO ASYL directly: Phone +49 (0)69 242 314 20 (Mon-Fri 10-12 & 14-16) or by e-mail to proasyl@proasyl.de (https://www.proasyl.de/en/pro-asyl-advice-in-individual-cases/).

Afghanistan is not safe!

Against Fear – Right to Stay for Everyone!

General information on deportations to Afghanistan
In October 2016, the German government concluded an agreement with the Afghan government to facilitate the deportation of Afghan nationals who are obliged to leave the country (in German: https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2015/12/2017-01-18-Rücknahmeabkommen-Deutschland-Afghanistan.pdf). The key point of the agreement is the agreement that Afghan citizens can be deported to Afghanistan without a passport under certain conditions.

In December 2016, the German Ministry of the Interior carried out the first collective deportation to Kabul. Since then, such collective deportations have taken place regularly – normally once a month. A total of 405 Afghans were deported to Kabul in this way in 2017 and 2018 (2017: 121 and 2018: 284). These collective deportations will continue in 2019.

There are currently about 17,000 Afghans living in Germany who have to leave the country. Measured by this, the number of people deported to Afghanistan is not particularly high. However, the deportation practices of the individual federal states vary greatly: most federal states only deport very few people to Afghanistan. By far the most people to Afghanistan were deported from Bavaria (see in German: https://www.proasyl.de/hintergrund/hinweise-fuer-afghanische-fluechtlinge-und-ihre-beraterinnen/).

It is often claimed that Afghans have very poor chances in the German asylum process. That is wrong! The chances have become a bit worse than before, but even the most recent BAMF figures show that many have been granted protection status. In 2018, almost half (49.9%) of all Afghan asylum seekers whose asylum applications were decided on by the BAMF received a positive decision from the BAMF. Even if the asylum application is rejected and a complaint is filed against the rejection, the chances are not bad: in 2018 the courts reversed the rejection by the BAMF in 58% of the cases and granted protection status.

Who is threatened with deportation to Afghanistan?
Since the collective deportations began in December 2016, only single men have been deported to Afghanistan. Some have only been in Germany for a short time, others have lived here for many years. All of them had had their applications for asylum rejected at some point, which is why they only had a “Duldung” (toleration status) as proof of identity. They were picked up at home or at their workplaces, many already some days before the deportation.

Women, children and families have not yet been deported to Afghanistan! In all probability this will not change so quickly. For single men it depends on a number of factors whether they are threatened with deportation or not. It is therefore particularly important that they seek individual advice and seek solutions together with lawyers, counselling centres and supporters!

Since the situation can change again quickly, all others should also ensure that they inform themselves regularly and maintain contact with their lawyers as well as with counselling centres and refugee councils. The following information is intended to provide an overview of who is threatened with deportation. However, they are no substitute for individual counselling!

No one can be deported during the asylum procedure!

This means: As long as the asylum application has not yet been rejected by the BAMF, you cannot be deported. The same generally applies if the asylum application has been rejected by the BAMF, but a complaint has been filed against the rejection in the timeframe that allows it and the court has not yet decided on the complaint. The safest sign that someone is still in the asylum procedure and cannot be deported is the possession of a residence permit.

Not having a passport does not protect against deportation!

Many still believe that they cannot be deported if the German authorities do not have a valid Afghan passport. That is wrong! German authorities can – if the Afghan authorities do not issue a passport within 4 weeks – deport people to Afghanistan without a passport. Germany and Afghanistan agreed on this in a joint declaration in October 2016.

Only if someone receives a “Duldung”, a deportation can become possible!

If a court confirms the rejection of the asylum application by the BAMF or no complaint has been filed against the rejection, someone becomes „obliged to leave the country“ and receives a “Duldung”.

„Obligatory to leave“ means that the person is legally obliged to leave the country. If the person does not leave „voluntarily“, the BAMF threatens deportation. This sounds frightening, but does not mean that someone is actually threatened with deportation. By far not all Afghans with a tolerance are threatened with deportation to Afghanistan! Women, children and families, as already mentioned, are not currently deported to Afghanistan – even if they only have a “Duldung”.

Single men with “Duldung” who do not have any obstacles to deportation are potentially threatened. Obstacles to deportation can be, for example, the presence of close family members in Germany, serious certified illnesses or, under certain conditions, a training contract (“Ausbildungsvertrag”). The competent foreigners authority (“Ausländerbehörde”) checks whether there are any obstacles to deportation.

Note: In order for the foreigners authority (“Ausländerbehörde”) to be able to check whether obstacles to deportation exist, it must know all relevant information. If, for example, you are ill, you will have to submit certificates proving your illness to the foreigners authority (“Ausländerbehörde”) immediately! Please contact your lawyers and local counselling centres to find out whether you have any obstacles to deportation or whether you are potentially threatened with deportation!

Note: Some immigration authorities do not even issue “Duldungen” any more, but some fantasy papers or „border crossing certificates“. If the foreigners authority (“Ausländerbehörde”) don’t want to grant you any more “Duldung”, this may be an indication that it becomes more serious now. In this case, please contact your lawyer or an counselling centre as soon as possible.

The danger of a deportation depends strongly on in which federal state you live!

The 16 federal states can decide for themselves whether or who they want to deport to Afghanistan. Some federal states do not deport to Afghanistan at all, others relatively much. This means that even for single men who do not have any obstacles to deportation, the actual risk of deportation depends very much on which federal state they live in. On the homepage of the human rights organisation PRO ASYL you can find an overview map of the deportation practice of the federal states, which is regularly updated (see: https://www.proasyl.de/hintergrund/hinweise-fuer-afghanische-fluechtlinge-und-ihre-beraterinnen/). In addition, it makes sense to contact the Refugee Council of the respective federal state (see: http://www.fluechtlingsrat.de/) in order to better understand who is threatened with deportation in this federal state and whether the situation changes.

Some federal states „only“ deport persons who classify them as „offenders“, „endangerers“ or „identity refusers“. Others deport „priority“ persons who belong to one of these three groups. It is therefore important to understand what this means:

Offenders: Whoever is classified as an offender and therefore to be deported differs from state to state. It is not the case that only “criminals” were deported. As a rule, penalties can become dangerous if they exceed 50 daily fines or 90 daily fines for offences which, according to the Residence Act, can only be committed by foreigners. Daily fines are added. This means that several small sentences can have the same effect as one large one. It is not always necessary for someone to have been convicted by a court of law in order to be deported.

Endangerers: Persons are defined as those who have not yet committed any crimes, but for whom the police authorities assume that they will commit crimes of considerable importance – often with a terrorist background. The term is vague and controversial. If someone is classified as a threat, a lawyer must be called urgently and immediately.

„Identity refusers“: The term „identity refuser” does not mean that the persons concerned must have given a false identity. This is very rarely the case. Most of them fall into this category because, from the point of view of the authorities, they have not fulfilled their legal „duty to cooperate“. This means that, as tolerated persons, they did not make sufficient efforts to obtain a Tazkera and an Afghan national passport from the authorities. There is no clear definition of when a person who is accused of lacking cooperation in obtaining a passport will be classified as an „identity refuser“. Experience shows that those affected may run (at least in some federal states) the risk of being booked on a deportation flight if they do not respond to a written request from the foreigners authority to cooperate in obtaining documents.

That is why it is important not to ignore letters from the authorities in which people who have only “Duldung” are asked to obtain an Afghan national passport! If you receive such letters, it is important to clarify with your lawyers and/or a counselling centre whether the requested cooperation is lawful. If so, be sure to cooperate so that you do not run the risk of being classified as an „Identity Refuser“. In addition, participation in passport procurement is often a basic precondition for options to secure residence, such as taking up educational training (“Ausbildung”)! Rumours that participation in passport procurement increases the risk of deportation are wrong – as said, Germany is able to deport people to Afghanistan without a passport since October 2016.

We therefore urgently advise you to document the corresponding efforts to obtain a Tazkera and an Afghan passport and, in consultation with lawyers and counselling centres, to inform the authorities of what has been done (e.g. letters to Afghan consulates in Germany, to authorities in Afghanistan, appeals to the consulate, contacting family members, etc.).

Doing what? Useful information for a right of residence
At this point we have compiled a few advice notes. Part 1 is aimed at people who are still at the beginning of the asylum procedure or who are still applying for asylum. Part 2 is aimed at all those whose asylum application has already been rejected by the BAMF and who are either still in legal proceedings or are already tolerated.

An important note: The information compiled here can only give an initial overview, but does not replace individual counselling. Therefore we would like to remind everyone that it is crucial to contact counselling centres, lawyers, refugee councils and local initiatives at an early stage, who can advise and support you in the various stages of the proceedings!

1.for the asylum procedure
It is best, of course, if it doesn’t even come to the point where someone becomes „obliged to leave the country“ and gets a toleration (“Duldung”). In order to increase the chances of a protection status in the asylum procedure, it is important to prepare for the hearing in the asylum procedure („interview“). Some asylum procedures in Germany are now carried out very quickly. This means that sometimes there are only a few days between the asylum application and the interview. Therefore you have little time to prepare for the interview and you should start as soon as possible. It’s best to do this before you apply for asylum in Germany. Here are a few tips for preparing for the interview:

Before the interview:

Contact a counselling centre and/or a lawyer to prepare yourself. Helpful information to prepare for the interview can also be found here in several languages:

https://www.asyl.net/view/detail/News/information-zur-anhoerung-im-asylverfahren/

Film

Note: It is very important to make sure that the BAMF and also your lawyer have always your current address! This also applies if you have been transferred to another accommodation by the authorities. Otherwise, an invitation to an interview or a decision may be sent to the wrong address. This can result in the asylum procedure being suspended without an interview having taken place, or the deadline for filing an appeal against the negative decision being missed.

The interview:

You should report in as much detail as possible what happened to you and your family. Take your time and explain the reasons for your personal persecution, what your family is afraid of and what would threaten you if you had to return. Think about what happened and when. If you can write, you can also write down some key points so that you don’t get confused. If you mess things up in the interview, it might be bad for you later.

Take care to tell everything in detail, your own reasons for escape, but also the whereabouts of family members (especially if they are also no longer in Afghanistan and had to flee). Also tell them what could happen to you if you had to go back to Afghanistan and if you could survive there or not. If you think that you could not survive there, explain exactly why it is not possible for you to survive there or settle elsewhere in Afghanistan.

If you grew up in Iran or Pakistan, it is very important that you say that you do not know Afghanistan and that you have no support there.

Don’t tell a particular „case“ in the interview that is too far away from your own reality. The BAMF usually knows these „cases“ well. You risk getting a negative decision because your statements are not credible. It then becomes very complicated to correct your statements and the result later!

For young, healthy men and also for unaccompanied minors who soon turn 18, having family members in Kabul or other „safe“ regions in Afghanistan can be a problem. Especially if you are in regular contact with them, the BAMF can assume that your family has the opportunity to support you if you return there.

It is very important to document health problems from the beginning with medical certificates. This is especially true for all kinds of psychological problems that are a result of bad experiences/remembrances from Afghanistan or your escape. Many of you are familiar with the symptoms: sleeplessness, nightmares, headache attacks, concentration problems, etc. This is called „traumatisation“ or „post-traumatic stress syndrome“. If you have the opportunity to get medical/psychological certificates about these problems, this can help you in your asylum procedure. You should present these documents at your asylum interview or, if your asylum application is rejected, at the foreigners office. Counselling centres can also help you to find good doctors and psychologists.

If you have an Afghan passport or identity card: It is a good idea to always ask an advice centre or a lawyer for advice before presenting a passport or identity card. You can simply point out that you had to leave the papers behind when you fled.

It is very important that the minutes of the hearing are correct. Ask for a copy of the transcript and have it translated back. Only sign it if you are sure that the transcript matches what you said. If you notice any mistakes afterwards, you should contact an advice centre as soon as possible.

Note: Don’t let them force you to leave the country „voluntarily“!

It can happen that the authorities inform you of the possibility of returning to Afghanistan „voluntarily“ at a very early stage. Often the authorities even offer people money for a return to Afghanistan. The authorities‘ advice is not independent, they have an interest in a „voluntary“ return and often do not inform the people concerned about the consequences. Anyone considering such a „voluntary“ return should first seek independent and trustworthy advice. We have often met people who had to flee again after a „voluntary“ return. A legal return to Germany is not possible after a „voluntary“ return.

It can happen that your asylum application is rejected and you receive a rejection notice from the BAMF. Young, healthy and single men, who may still have family members in Afghanistan, most often receive negative decisions. A rejection notice is of course frightening at first, but no reason to panic. The BAMF does not have the last word, you can sue a court against the negative decision. As already mentioned, the courts correct many decisions of the BAMF and oblige the BAMF to give the affected persons protection status after all (see above).

But be careful! The complaint must be received by the court within two weeks of notification of the negative decision at the latest – in rare cases even faster. This means that you must make sure that mail reaches you so that you can react quickly if a negative decision is received. It is also a good idea to use the time you spend waiting for the notification to get in touch with counselling centres and lawyers who can help you quickly if you receive a negative notification! You can file the complaint yourself or with a counselling centre. For the reason of the complaint you need in any case a lawyer! Detailed information about the possibility of the complaint can be found here: https://www.frnrw.de/in-eigener-sache/publikationen/artikel/f/r/neue-info-broschuere-zum-thema-konfrontiert-mit-dem-ablehnungsbescheid-was-nun.html

Note: If the asylum application (and the complaint) should be rejected, there are still ways to secure the stay in Germany permanently. In practice, the hurdles are sometimes very high. It is nevertheless worthwhile to use the waiting time already during the asylum procedure in order to have a starting situation as good as possible in case the asylum application is rejected.

For example, this is important:

a) Learning German and – if possible – going to school.

b) To find work or even better a training place (“Ausbildung”) and to become independent of social benefits.

c) It can also help that you „integrate“ yourself (e.g. join clubs like football, art, music etc. or get involved in voluntary work).

d) It is important NOT to commit crimes and not to risk convictions, as this is a reason for exclusion for most of the possibilities of residence protection explained in the next part. In addition, several federal states have agreed to give priority to deporting persons who have committed crimes.

2. possibilities for a right of residence in case of a negative decision in the asylum procedure
We recommend that all Afghans who are only tolerated regularly check with lawyers and counselling centres whether there is a possibility of obtaining residence status.

Caution: Working alone does not protect you from deportation! A job is helpful in proving successful integration and has an impact on hardship applications (“Härtefallanträge”) and the right to stay. But working alone is not enough.

Note: Criminal convictions (e.g. for drug trafficking) exclude most other possibilities to obtain a residence permit and thus considerably increase the risk of deportation.

 

We recommend that everyone review the following six options:

1) Temporary suspension of deportation status due to educational training (“Ausbildungsduldung”):

Anyone who starts or has already started “Ausbildung” is entitled to „training tolerance“ (“Ausbildungsduldung”) under certain conditions. This means that he*she is protected from deportation for the entire period of training and can subsequently obtain a residence permit under certain conditions. Unfortunately, the rules on training tolerance are interpreted very differently, which is why it is important to obtain independent advice locally. A detailed overview of the training tolerance with addresses of individual contact points can be found here in German: https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/2018-08_ausbildungsduldung-2018_web.pdf

2) Provisions for permanent right to remain (“Bleiberechtsregelung”):

For people who have already lived in Germany for several years and only have a “Duldung”, there is the possibility under certain conditions to apply for a permanent right of residence according to §25a (young people and young adults under 21 who have been in Germany for at least 4 years) or according to §25b (adults older than 21 who have children and have been in Germany for at least 6 years and adults without children who have been in Germany for at least 8 years). Here is some information (in German) on how this works: http://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/2017-11-13_bleiberecht-2017_web.pdf

3) Temporary suspension of deportation status due to work (“Beschäftigungsduldung”):

For some time people have been asking for a new law introducing a so-called „employment tolerance“. Many hope that this will also protect a job from deportation in the future. The problem: The law has not yet been passed and it is – as of today – unclear when it will come into force and what changes there will be. Unfortunately, the draft law suggests that the conditions for „employment tolerance“ will be so high that only relatively few people will meet them:

– Securing one’s livelihood for at least 18 months

– Job with more than 35 hours per week for more than 18 months (20 hours for single parents)

– Good knowledge of German

– Identity must be established beyond any doubt on the basis of documents

– No conviction for criminal offences

– Tolerated for at least 12 months, not before

It is certainly important to keep in mind the employment toleration and to clarify with your lawyer or an advice centre whether you might be able to meet the requirements in the foreseeable future.

4) Petition and case of hardship (“Petition” and “Härtefall”):

Even if the asylum procedure fails up to the last instance, there is still the possibility of a „petition“ to the respective state parliament and the hardship commission to obtain a right to stay due to „integration“. It is particularly complicated (and impossible from a certain penalty) to go this way, if accusations or convictions for criminal offences exist. If the penalties are too high, this also blocks petitions to the hardship commission. For petitions and cases of hardship, it is best to contact the Refugee Council of your federal state.

5) Follow-up application / new asylum application:

If there are new reasons (e.g. new health problems, a psychological report that did not exist before, etc.), there is also the possibility to submit a follow-up application, i.e. an application to the BAMF for a new procedure. The follow-up procedure must be well prepared, because if a follow-up application is made, the new reasons must be presented immediately. This should be discussed with a lawyer. Information in German and tips can be found here: https://www.asyl.net/view/detail/News/neu-bei-uns-broschuere-der-asylfolgeantrag/

6) Founding a family:

A change in the family situation (e.g. marriage to a German citizen or a person who already has a right to stay here and/or if the person concerned has a child, has the right to stay in Germany and cares for him/her) can also change the situation and, together with a lawyer or counselling centre, it should be clarified how the new situation can be presented to the authorities as a basis for a right to stay.

How to prevent deportations:
Charter deportations to Afghanistan take place regularly. If you are sure that you are acutely at risk of deportation, check with the Refugee Councils (see: http://www.fluechtlingsrat.de/) for the dates of the charter-flights. Flights are usually known a few days in advance and warnings are sent. Inform all friends who are also at risk.

In many cities, people have joined forces to support those who are threatened with deportation – sometimes even to hide them at home during the dangerous days before the deportation flights. That’s what they call „citizens asylum“. They warn people who might be affected when the next deportation flight is announced. Some of these initiatives can be found on this website: https://solidarity-city.eu/

Some of those affected also manage to prevent their deportations themselves, almost at the last minute. This is not so easy with charter deportations (unlike normal passenger flights, which are usually used to organise Dublin deportations to other European countries, for example). More information on deportation prevention can be found here: http://w2eu.info/germany.en/articles/germany-deportation.en.html (in English, as well as a PDF which can be printed in several languages) and http://w2eu.info/germany.fa/articles/germany-deportation.fa.html (in Farsi).

Fleeing to other European countries:
If you are thinking about leaving Germany and fleeing to another country, you should consider the consequences carefully to avoid getting into an even worse situation. There is a lot of information and useful contacts on the Welcome to Europe website and it is very important to ask advice BEFORE you leave the country so that you know what to look out for when you leave. In many cases, especially if people are already registered here and have been here for some time, it would be much faster and easier to fight for the right to stay in Germany than in any other country – especially since there is a high risk of „Dublin“ deportations back to Germany, e.g. from countries like France. If you are deported to Germany, the risk is sometimes even higher than before to go directly to deportation detention and be deported further to Afghanistan.

We suggest:
1.) All those who are threatened by deportations to Afghanistan need a team that fights with them for the right to stay. The fear and the pressure are sometimes almost unbearable if you are alone, which is why you need not only lawyers and advice centres, but above all good friends who listen to you and look for ways together with you.

2.) Everybody should stop spreading rumours and false information that are frightening. If you can, please copy this information and pass it on to your friends and others affected.

3.) Prepare well for your asylum procedure.

4.) Let’s jointly demand better integration opportunities – we fear that the foreigners authorities will reject more strictly the issue of work permits and permits to start training. We must therefore join forces and fight for better access to language courses and work permits.

5.) We should build solidarity against deportations. Afghanistan is not safe. In many cities, affected people and supporters organise public events together. Together we will not allow anyone to be deported against their will!

Against fear – right to stay for all!

Further information for counsellors and supporters:
Pro Asyl: Information for Afghan refugees and their counsellors:

Hinweise für afghanische Flüchtlinge und ihre Berater*innen

This leaflet can be found online:

English (leading to all languages as PDF as well): https://w2eu.info/germany.en/articles/germany-deportation-afghanistan.en.html

Dari: https://w2eu.info/germany.fa/articles/germany-deportation-afghanistan.fa.html

PDF download in Dari, English and German:
201903-Against-fear-Afghanistan-DE.pdf (722.8 KiB)

201903-Against-fear-Afghanistan-EN.pdf (1.3 MiB)

20190

Erhalten per Mail: Pressemitteilung des bayerischen Flüchtlingsrats vom 21. April 2019 Anschiebung Kabul

April 23, 2019

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 21. April 2019
Abschiebung Kabul

Es zählen die Menschen – nicht die Abschiebezahlen!

Am kommenden Mittwoch, den 24.04.19, findet voraussichtlich die nächste Abschiebung nach Kabul statt. Eine solche Mitteilung wird, wenn das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ in Kraft treten wird, als „Beihilfe zum Geheimnisverrat“ möglicherweise strafrechtlich verfolgt werden. Die drohende Strafe soll abschrecken vor der Unterstützung der Personen, die von Abschiebung bedroht sind.

Das ist zum Beispiel M. Er ist im Iran groß geworden, 2015 nach Deutschland geflüchtet, in Aschaffenburg im Norden Bayerns gelandet. Würde er ein paar Kilometer weiter in Hessen leben, könnte er ruhig schlafen. In Bayern droht ihm die Abschiebung. So ist er seit der Ablehnung seines Asylantrags verängstigt und sammelt bei jeder Abschiebung nach Afghanistan Fehltage in der Berufsschule, weil er sich nicht mehr in den Unterricht traut. Dennoch hat auch M. ein Leben, seit anderthalb Jahren eine feste Freundin, in der Umgebung viele Freunde. Die Verhaftung und Abschiebehaft wirft M. abrupt aus seinem Alltag. Die Freundin und Freunde aber halten weiter zu ihm, schreiben einen Appell an das Innenministerium und schildern ihr Verhältnis zu M.

So wie Marvis: „Bin ein Freund von M. Wir haben uns durch Freunde kennengelernt und wir haben uns direkt gut verstanden und haben uns dann auch öfters getroffen und haben was unternommen. wir hatten auch ein paar tiefgründige Gespräche und da habe ich gemerkt, dass man mit ihm echt gut reden kann und wenn ich Probleme hatte das ich zu ihm konnte und er hat mir Ratschläge gegebenen hat wie ich es besser machen könnte und wenn ich mit anderen Freunden von mir war und ich in traf hat er auch immer wieder die Kommunikation zu den anderen gesucht und man hat gemerkt dass er ein echt netter und freundlicher Mensch ist.“

Aussagen wie diese unterstreichen eines: M. ist ein ganz normaler Junge, der seinen Freundinnen und Freunden, und vor allem seiner Partnerin einfach fehlen wird. Diese Aussage stellt aber auch die Abschiebung in Frage: Warum ist es notwendig, diesen jungen Mann aus seinem Umfeld zu reißen, Freundschaften und eine Beziehung dadurch zu zerstören. Aussagen wie diese stellen das innenpolitische Dogma der Notwendigkeit der Abschiebung in Frage, weil sie die menschliche Seite erkennbar machen. Bei Abschiebungen geht es nicht um Sachen und Zahlen, sondern um Menschen.

„Wir vom Bayerischen Flüchtlingsrat bemühen uns, diese menschliche Seite, die Schicksale deutlich zu machen und unterstützen Betroffene, Appelle und Bitten an die Politik und das Innenministerium heranzutragen. Wir wollen nicht, dass Abschiebung betrachtet wird wie eine Postwurfsendung. Dafür treten wir ein,“ sagt Stephan Dünnwald, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Wir kennen für den aktuellen Flug zwei junge Männer aus Bayern, beide haben 2015 in Deutschland Schutz gesucht und einen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut. Sie sind im Iran aufgewachsen und stehen vor der Abschiebung nach Afghanistan –  in ein für sie nahezu fremdes Land. Doch vor allem sind sie eines – Mitmenschen. Dem Innenministerium sind diese Fälle, diese Menschen, bekannt.“

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an:

Stephan Dünnwald                      Bayerischer Flüchtlingsrat             Tel: 089-762234 | 0177 7216830

Okay, HOL ist weit weg von M und die Abschiebung droht leider auch schon morgen, aber vielleicht könnte sich „man“ ja auch nur einfach solidarisch erklären …

Abschiebung 22.0.2019 nach Pakistan, vermutlich von Frankfur

Januar 20, 2019

WARNING: Pakistan: next charter deportation on 22.1.2019

Next week on Tuesday, 22.1. another charter deportation flight will happen to Pakistan. Most probably from Frankfurt airport. This is a secured information.
We don’t know the exact time. This is why also arrests on Monday 21.1. can be possible.

**********************

WARNUNG: Pakistan: nächste Charter Abschiebung am 22.1.2019

Gesicherte Info: Nächste Woche wird es am Dienstag, 22.1. die nächste Sammelabschiebung nach Pakistan geben – voraussichtlich ab Frankfurt. Die Uhrzeit wissen wir nicht.
Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass es auch am Montag, 21.1. schon Festnahmen geben kann.
____________________________________

Erhalten per Mail via Coyote-Liste: Presseerklärung des AK Asyl Göttingen zur Abschiebung eines Reiseunfähigen

Dezember 21, 2018

Hallo!

Unten findet ihr unsere PM zur Abschiebung eines schwer
kranken Geflüchteten aus Göttingen nach Sarajevo letzte Woche.
Vorher wurde er mit einem überfallartigen Polizeieinsatz aus der Wohnung
seiner Schwester geholt.

Beste Grüße, akasyl

——–PM _20.12.2019———-

Ausländerbehörde Göttingen schiebt schwer kranken Mann kurz vor
Herzoperation ab

Es ist der Freitag, der 14.12.2018, 3 Uhr in der Nacht.
Frau C. wird durch grelles Taschenlampenlicht, das ihr mitten ins
Gesicht leuchtet, geweckt. Langsam kommt sie zu sich und realisiert,
dass die Polizei in ihrem Schlafzimmer steht.
12 Polizist*innen haben ohne vorher zu klingeln oder zu klopfen die
Haustür ihrer Privatwohnung aufgebrochen. Sie sind aggressiv, schreien
sie an, sagen ihr nicht, warum sie kommen und wen sie suchen, können ihr
keinen Durchsuchungsbefehl zeigen. Sie wollen wissen, wer sich in der
Wohnung befinde, dringen ohne Vorwarnung in jedes weitere Zimmer ein.
Dabei werden auch Frau C.s Freund und ihre beiden Söhne wach.
Der jüngste Sohn hat heute Geburtstag, er wird 9 Jahre alt. Im
Kinderzimmer findet die Polizei Herrn C., Frau C.s Bruder. Ihn haben sie
gesucht, um ihn abzuschieben. Sie geben ihm 20 Minuten, um seine Sachen
zu packen, dann nehmen sie ihn mit. Um 11 Uhr morgens sitzt er bereits
im Flieger nach Sarajevo, Bosnien.

Bevor die Polizei in Frau C.s Wohnung eingebrochen ist, haben sie Herrn
C. schon erfolglos in seiner eigenen Privatwohnung gesucht. Auch hier
wurde die Tür aufgebrochen. Woher die Polizei die Adresse der Schwester
hat, woher den Befehl dort ohne jegliche Vorwarnung einzubrechen kam,
kann nur vermutet werden. Herr C. darf nicht noch einmal in seine
Wohnung zurück – lediglich einen kleinen Rucksack, den er für den Besuch
bei seiner Schwester dabei hat, darf er mitnehmen.
Bei der nächtlichen Abschiebung von Herrn C. demonstriert die Polizei
ein erschreckend brutales Vorgehen – hier beginnt und endet die
Geschichte aber nicht.

Herr C. ist schwer krank. Am 20.12.2018 sollte er wegen einer
Herzoperation stationär ins Weender Krankenhaus aufgenommen werden.
Neben Herzproblemen hat er unter anderem Operationen an der Galle hinter
sich und war außerdem in der jüngeren Vergangenheit mehrfach im
Asklepiosklinikum in stationärer Behandlung. Er hat eine schwere
Posttraumatische Belastungsstörung, Depressionen und allein in der
letzten Zeit zwei mal versucht, sich umzubringen.

Herr C. hat den Jugoslawienkrieg überlebt, war in den Jahren 1992-94 in
Kriegsgefangenschaft, wo er misshandelt und gefoltert wurde. Seitdem
kann er nicht mehr richtig schlafen – er schreit und schlägt um sich,
berichtet über Albträume, in denen er das im Krieg Erlebte wieder und
wieder durchmacht. Dadurch hat er Angst, alleine zu schlafen, weswegen
er auch bis jetzt häufig bei seiner Schwester und ihrer Familie
übernachtete.

Herr C. war und ist nachweislich reiseunfähig. Im Falle einer
Abschiebung würden ihm massive körperliche und psychische Schäden
drohen, wie ärztlich attestiert wurde. Darüberhinaus hatte er eine
gesetzliche Betreuung, weil er aufgrund seiner Erkrankung Unterstützung
im Alltag benötigte. All das wussten die Göttinger Behörden – jeder
ärztliche Brief, jeder Termin wurde ihnen vorgelegt. Sie verlängerten
zuletzt sogar seine Duldung und bestätigten die Finanzierung seiner
ärztlichen Behandlungen für das kommende Quartal. Und trotzdem haben sie
dafür gesorgt, dass Herr C. abgeschoben wurde. Sie beorderten sogar
einen Arzt für die Abschiebung hinzu, der dafür sorgen soll, dass er
während der Abschiebung nicht zusammenbricht.

Dieses Vorgehen ist nicht nur grob fahrlässig, es ist schlichtweg
menschenverachtend. Der psychische und körperliche Zustand von Herrn C.
ist äußerst labil. Seine Schwester ist zutiefst besorgt, dass er die
nächsten Wochen nicht überlebt. Allein der nächtliche Angriff der
Polizei kann für ihn eine schwere Retraumatisierung bedeutet haben.

Herr C. kommt noch am selben Tag um 14:30 Uhr in Sarajevo an. Am
Flughafen wird ihm ein Beruhigungsmedikament verabreicht, dann wird er
sich selbst überlassen. Er ist inzwischen in Derventa, einer Stadt in
der serbischen Republik Bosniens. Von dort ist er 4 Jahre zuvor nach
Deutschland geflohen, seiner Schwester folgend, die schon seit über 10
Jahren in Deutschland lebt. In Bosnien gibt es keine Familie und keine
Bekannten mehr. Nun schläft Herr C in Derventa auf der Straße. Er hat
kein Geld und keine Krankenversicherung. Dadurch ist ihm keinerlei
medizinische Versorgung möglich, seine geplante und notwendige
Herzoperation kann nicht durchgeführt werden.

Frau C. hat einen Anwalt eingeschaltet. Sie wird rechtlich gegen die
Abschiebung vorgehen. Sie wird weiterhin vor Gericht dafür kämpfen, dass
ihr Bruder zurück nach Deutschland kommen kann.

Leider wird hier kein Ausnahmefall beschrieben. Die skrupellose
Abschiebung von Herrn C. reiht sich in das Kontinuum
menschenverachtender Praktiken der Göttinger Ausländerbehörde. Erst
diese Woche wurde bekannt, dass eine in ihrer Heimat schwer misshandelte
und mit dem Tode bedrohten Pakistanerin noch vor Weihnachten abgeschoben
werden soll.
Weiterhin gab es in letzter Zeit brutale und widerrechtliche Festnahmen
direkt vor dem Rathaus. Durch 3-Tages-Duldungen und
Hausarrestverfügungen werden Menschen unter massiven psychischen Druck
gesetzt.

Wir, der Arbeitskreis Asyl Göttingen, unterstützen Frau C. in diesen
Kampf und fordern, dass Herr C. unverzüglich wieder nach Deutschland
einreisen kann.

Wir fordern die Ausländerbehörde Göttingen dazu auf, öffentlich Stellung
zu beziehen.
Herrn C. braucht einen unbefristeten Aufenthaltstitel, alles andere
setzt sein Leben aufs Spiel!

Wir fordern eine öffentliche Entschuldigung der Polizei und der Behörden.

Wir fordern, dass dieser Wahnsinn endlich aufhört – dass Menschen
zusammenleben können, ohne Angst vor Abschiebung haben zu müssen!

Wir fordern ein Bleiberecht für alle.

Es reicht! Es reicht schon lange!

AK Asyl Göttingen
_______________________________________________

Erhalten per Mail via Fluchtliste: Wachdienst- und Polizeigewalt beenden! Schluss mit der Kriminalisierung von Geflüchteten!

Dezember 19, 2018

*English below*

WACHDIENST- UND POLIZEIGEWALT BEENDEN! SCHLUSS MIT DER KRIMINALISIERUNG
VON GEFLÜCHTETEN!

Erklärung von JUSTIZWATCH zum Polizeieinsatz in Bamberg in der Nacht
zum 11. Dezember 2018

18.12.2018

Auf einen Streit zwischen eritreischen Geflüchteten und Mitarbeitern
des Wachdienstes in der Anker-Einrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg
am 11.12.2018 kurz nach Mitternacht folgte ein großangelegter, brutaler
Polizeieinsatz, an 100 bis 200 Beamt*innen und das SEK beteiligt waren.
Laut Polizeibericht wurden dabei neun Geflüchtete festgenommen. Gegen
vier von ihnen wurden zwischenzeitlich Untersuchungshaftbefehle
erlassen. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind erheblich: sie
ermittelt u.a. wegen versuchten Totschlags und schwerer Brandstiftung.

Polizei und Staatsanwaltschaft stellen die Geflüchteten als extrem
gewalttätig dar: Diese hätten zunächst Wachmänner angegriffen, sich
dann in einem Gebäude verbarrikadiert, eine Wohnung in Brand gesetzt
und Polizeibeamt*innen mit Pflastersteinen beworfen. Die Medien haben
diese Darstellung unhinterfragt übernommen. Kaum ein*e Journalist*in
machte sich die Mühe, vor Ort mit den Betroffenen zu sprechen und die
Angaben der Polizei zu überprüfen.

Spricht man jedoch mit den betroffenen Eritreern, ergibt sich ein ganz
anderes Bild. Sie berichten, dass Mitarbeiter des Wachdienstes sie nach
einem verbalen Streit angegriffen und zusammengeschlagen haben. Dabei
sei es zu schweren Verletzungen gekommen, u.a. zu gebrochenen Zähnen
und einer gebrochenen Rippe. Die Misshandlungen durch das Wachpersonal
seien weitergegangen, als die Polizei schon vor Ort war. Die
eintreffende Polizei habe sich jedoch nicht für die Sichtweise der
Geflüchteten interessiert, sondern diese einfach festgenommen.

Der Vorfall reiht sich ein in eine Geschichte systematischer
Security-Gewalt, die sowohl der Staatsanwaltschaft Bamberg als auch der
AEO-Leitung bekannt ist. Sie wissen, dass Mitarbeiter*innen der Firma
Fair Guards Security und ihrer Subunternehmen im Sommer 2017 ein
sogenanntes „Sonderteam“ gegründet haben. Dieses hat unzählige
Angriffe gegen Geflüchtete, besonders gegen Schwarze Männer, zu
verantworten. Beschwerden von Geflüchteten wegen dieser Übergriffe
gegenüber der Leitung der AEO und von ehemaligen
Sicherheitsdienstmitarbeiter*innen gegenüber der Hauptfirma Fair Guards
blieben bislang weitgehend folgenlos. Stattdessen haben Polizei und
Staatsanwaltschaft in mehreren Fällen die Opfer solcher Übergriffe
kriminalisiert [1].

Was in den meisten Berichten über den Polizeieinsatz in Bamberg
ebenfalls nicht vorkommt: Nach der Festnahme der Eritreer hat die
Polizei in weiteren Gebäuden der AEO eine brutale Razzia durchgeführt.

Beamt*innen zerstörten gewaltsam die Türen unabgeschlossener Wohnungen
und durchsuchten die Zimmer vollkommen unbeteiligter Bewohner*innen. Sie
warfen acht unbeteiligte Geflüchtete aus Nigeria um 4 Uhr morgens aus
ihren Betten, fesselten sie und fuhren sie teilweise halbnackt zur
Polizeistation – unter dem haltlosen Vorwurf, sie hätten bei dem Streit
zwischen den Eritreern und Securities mitgemacht.

Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Polizeiaktion am 11.
Dezember 2018 sowie eine gründliche Untersuchung des gesamten
Beweismaterials im Bamberg-Security-Komplex [2].

Wir fordern, dass die Rolle und Komplizenschaft der Sicherheitsfirma
Fair Guards, der Lagerleitung und der Strafverfolgungsbehörden
untersucht wird.

Wir fordern ein Ende der ständigen Polizeirazzien in Anker-Zentren, die
kein anderes Ziel haben als Geflüchtete als kriminell darzustellen und
sie einzuschüchtern.

Wir fordern eine Berichterstattung, die Geflüchtete zu Wort kommen
lässt.

MEHR INFORMATIONEN:

Justizwatch: Der Bamberg-Security-Komplex [2], Erklärung am 8.5.2018

Justizwatch: Aufruf zur Solidarität mit Aarona K. und Ndiame D. [1] –
ehemalige Bewohner der AEO Bamberg

Aino Korvensyrjä: Organisierte Kriminalität [3] – Warum die
Security-Gewalt in den bayerischen Lagern weitergeht

Hannah Schultes: Gefangen in Bamberg [4] – Misshandlung,
Kriminalisierung, Abschiebung – im Vorzeigelager der CSU werden
Geflüchtete systematisch entrechtet

Testimony of Oumar Bah [5] – ehemaliger Bewohner der AEO Bamberg und
Betroffener von Wachdienstgewalt

KONTAKT: rassismus_justiz@mail36.net

Spendenkonto (für Anwaltskosten für die betroffenen Geflüchteten):

Bayerischer Flüchtlingsrat

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE89 7002 0500 0008 8326 02

BIC: BFSWDE33MUE (München)

Verwendungszweck „Bamberg Securityverfahren“

JUSTIZWATCH. Prozessbeobachtungsgruppe zum Thema Rassismus und Justiz
http://justizwatch.noblogs.org/ [6]

Links:
——
[1]
https://justizwatch.noblogs.org/post/2018/03/21/aufruf-zur-prozessbeobachtung-solidaritaet-gegen-staatliche-legitimation-von-gewalt-gegen-gefluechtete-schluss-mit-der-kriminalisierung-und-verfolgung-von-kumba-und-ndiame/
[2]
https://justizwatch.noblogs.org/post/2018/05/08/der-bamberg-security-komplex-staatliche-kriminalisierung-und-verfolgung-von-gefluechteten/
[3]
http://klon-sabre2.posteo.name/Aino%20Korvensyrjä:%20Organisierte%20Kriminalität%20–%20Warum%20die%20Security-Gewalt%20in%20den%20bayerischen%20Lagern%20weitergeht
[4] https://www.akweb.de/ak_s/ak637/39.htm
[5] https://vimeo.com/268301890
[6] http://justizwatch.noblogs.org/

Stop security guard and police violence! Stop criminalizing refugees!

Statement by Justizwatch on the police raid in the AEO Bamberg (Bavaria,
Germany) on the night of December 11, 2018

18.12.2018

A dispute between Eritrean asylum seekers and security guards in the
AnkER Centre of Upper Franconia (AEO) in Bamberg (Bavaria, Germany) on
December 11, 2018 shortly after midnight was followed by a large-scale,
brutal police raid involving 100 to 200 police officers and the Special
Deployment Commando (SEK). According to the police report, nine asylum
seekers were arrested. Pre-trial detention orders were later issued
against four of them. The accusations by the public prosecutor are
severe: it investigates among other things because of attempted
manslaughter and serious arson.

The police and the public prosecutor’s office describe the asylum
seekers as extremely violent: Allegedly they first attacked guards, then
barricaded themselves in a building, set fire to an apartment and threw
cobblestones at police officers. The media uncritically adopted this
depiction. Hardly any journalist took the trouble to talk to the victims
on the spot and to check the information provided by the police.

However, talking to the affected Eritreans results in a completely
different picture. They report that security guards attacked and
severely beat them after a verbal dispute. This resulted in serious
injuries, including broken teeth and a broken rib. The abuse by the
guards continued even after the police had arrived on site. However, the
police were not interested in the perspective of the asylum seekers, and
simply arrested them.

The incident follows systematic security guard violence in the camp that
is known to both to the Bamberg public prosecutor and the AEO
management. They know that employees of the company Fair Guards and its
subcontractors founded a so-called “special team” in the summer of 2017.
This team has been responsible for countless attacks against asylum
seekers, especially Black men. Complaints by asylum seekers concerning
these attacks to the AEO management and by former security employees
against the main company Fair Guards have so far remained largely
without consequences. Instead, the police and the prosecutor have
criminalized the victims of such attacks in several cases.

Most reports on the December 11 police raid in Bamberg also do not
mention that after the arrest of the Eritreans, the police carried out a
brutal raid in other AEO buildings. Civil servants violently destroyed
the doors of unlocked apartments and searched the rooms of completely
uninvolved residents. They took eight asylum seekers from Nigeria out of
their beds at 4 a.m., handcuffed them and drove them, some still
half-naked, to the police station – on the unfounded accusation that
they had participated in the dispute between the Eritreans and the
guards.

We demand a complete investigation of the police raid on December 11,
2018 and a thorough examination of all the evidence in the Bamberg
Security Complex.

We demand that the role and complicity of the security company Fair
Guards, the camp management and law enforcement be investigated.

We demand an end to the constant police raids in the AnkER Centres that
have no other purpose than to stage refugees as criminals and to
intimidate them.

We call for journalism that allows refugees to voice their views.
_______________________________________________

Pushbacks aus Kroatien nach Bosnien

Dezember 18, 2018

Pushbacks aus Kroatien nach Bosnien

https://yallayallaeurope.wordpress.com/2018/12/18/pushbacks-aus-kroatien-nach-bosnien/
— Weiterlesen yallayallaeurope.wordpress.com/2018/12/18/pushbacks-aus-kroatien-nach-bosnien/

Hinweise auf 19. deutschen Abschiebeflug nach Afghanistan am 4.12.18

November 29, 2018

Hinweise auf 19. deutschen Abschiebeflug nach Afghanistan am 4.12.18

https://thruttig.wordpress.com/2018/11/28/hinweise-auf-19-deutschen-abschiebeflug-nach-afghanistan-am-4-12-18/
— Weiterlesen thruttig.wordpress.com/2018/11/28/hinweise-auf-19-deutschen-abschiebeflug-nach-afghanistan-am-4-12-18/

Erhalten per Mail via Fluchtliste: Massenabschiebung über Hamburg nach Italien

November 26, 2018

Am Morgen des 22. November ist es nach Berichten von Geflüchteten zu einer, vermutlich von der Bundespolizei organisierten, mit großer Brutalität durchgesetzten Massenabschiebung von rund 30 – 40 Menschen nach Italien gekommen: Schon beim Abholen seien die Beamten gewalttätig vorgegangen. Die Betroffenen seien nach Hamburg zum Flughafen verbracht worden, wo ein Flieger ohne Kennzeichnung schon bereit gestanden habe. Viele der Geflüchteten seien an Händen und Füßen gefesselt worden. Eine etwa 20-jährige Frau aus Liberia habe geweint und geschrien, da habe ein Wachmann sie, wie ein Paket verschnürt, über die Schulter geworfen und in den Flieger getragen. Wer sich gewehrt habe, sei von zwei bis drei Sicherheitsbediensteten in die Zange genommen worden. Die Wachleute hätten sich zwar als Polizisten ausgegeben, aber keine Uniform getragen, sondern lediglich eine Weste mit der Aufschrift „Eskorte“. Diese Westen hätten die Wachleute vor der Landung in Rom wieder ausgezogen mit der Begründung, sie hätten in Italien „keine Funktion“.

Der Flüchtlingsrat fordert eine Aufklärung des Vorgangs: Wer hat den Abschiebungsflug gechartert und den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt angeordnet? Wie viele Flüchtlinge wurden aus welchen Gründen womit gefesselt? Wurde der Flug ärztlich begleitet? Welche Verletzungen und Erkrankungen wurden festgestellt, welche Medikamente wurden verabreicht? Wie viele Beamte mit welcher Qualifikation haben die Abschiebung begleitet? Welche Ausbildung und welche Befugnisse hatte das begleitende Sicherheitspersonal mit der Westenaufschrift „Eskorte“?


Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
Röpkestr. 12
30173 Hannover
Tel.: 0511/98 24 60 30 Mo-Fr: 10.00 bis 12.30, Di+Do: 14.00 bis 16.00
Fax: 0511/98 24 60 31
Mail: nds@nds-fluerat.org
http://www.nds-fluerat.org
http://www.facebook.com/Fluechtlingsrat.Niedersachsen

Per Mail via Coyote-Liste: Presseerklärung Flüchtlingsrat Hamburg

November 19, 2018

Presseerklärung

Hamburger Innen- und Justizbehörde leistet Amtsbeihilfe bei menschenrechtswidriger, lebensgefährdender Abschiebung eines Geflüchteten aus Tschetschenien im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

In der vergangenen Woche wurde der aus Tschetschenien geflüchtete Herr A., der mehrere Jahre als Asylsuchender zusammen mit seiner Familie in Mecklenburg-Vorpommern gelebt hat, unter Verfügung der Ausländerbehörde Stralsund in einer nächtlichen Aktion verhaftet und gefesselt und mit schwarzer Sichtschutzbrille versehen nach Hamburg verbracht. In Hamburg wurde Herr A. im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis am Hamburger Flughafen inhaftiert.

Herr A. wurde bei dieser, nach Ansicht des Hamburger Flüchtlingsrats, menschenrechtswidrigen Aktion, in Stralsund von seiner Frau und seinen drei Kindern, das jüngste der Kinder ist gerade 5 Monate alt, getrennt.

Herr A. ist, das geht aus mehreren Attesten hervor, schwer traumatisiert und suizidgefährdet. Die Gründe hierfür liegen zum einen in seinem Verfolgungsschicksal in Tschetschenien – dort war er über längere Zeit inhaftiert – , aber auch darin, dass er in einer Unterkunft in Mecklenburg-Vorpommern Opfer eines Messerangriffs wurde, bei dem er lebensgefährlich verletzt  worden ist. Herr A. war bis zu seiner Verhaftung in engmaschiger psychiatrischer Behandlung, d.h. er nahm regelmäßig, alle 3-4 Wochen, an einer Gesprächstherapie teil und wurde psychopharmakologisch behandelt.

Herr A. ist laut vorliegender Atteste bei einer Abschiebung in sein Heimatland akut suizidgefährdet.

Herr A. hatte bei der nächtlichen Abschiebung keine Chance, seine Medikamente mitzunehmen und hat auch im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis, obwohl seine Atteste der Mitarbeiterin der Ausländerbehörde Stralsund, Frau Bernd, Tel.: 01733069732 oder 038313572142 und nach Aussagen der Anwältin von Herrn A., Bernice Böhlo, auch dem ihn im Hamburg Abschiebegewahrsam/-gefängnis behandelnden Amtsarzt vorlagen, keine für ihn aus medizinischer Sicht dringend erforderlichen Medikament erhalten. Der Allgemeinmediziner Ernst Soldan und Franz Forsmann vom Hamburger Flüchtlingsrat haben Herrn A. am Samstag, den 17.11.2018 im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis besucht. Herrn Soldan wurde es untersagt, Herrn A. zu untersuchen und Gespräche, in denen es um seinen Zustand aus medizinischer Sicht  geht, mit Herrn A. zu führen.
Selbst wenn eine amtsärztliche Untersuchung zum Ergebnis der Reisefähigkeit kommt, so ist zum einen nicht klar, wie diese Untersuchung, d.h. von welchem Mediziner mit welcher Übersetzung, erfolgt ist. Zudem ist nicht klar, ob nur der reine Transportvorgang oder auch die Frage der Anschlussbehandlung und die Frage der gesundheitlichen Verfassung kurz nach der Abschiebung nach Entlassung durch die Bundespolizei untersucht worden ist.

Hierzu: Beschlussfassung Deutscher Ärztetag:

„In diesem Zusammenhang ist die Beschränkung einer medizinischen Begutachtung auf bloße „Reisefähigkeit“ eindeutig abzulehnen, da sie nicht mit den ethischen Grundsätzen ärztlichen Handels vereinbar ist.

Der Gesetzgeber wird aufgefordert, die Grundlage dafür zu schaffen, dass eine kompetente, umfassende und der ärztlichen Sorgfalt entsprechende Begutachtung zu jeder Zeit der Inanspruchnahme bei der Rückführung von Ausländern sichergestellt wird.“

https://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/beschlussprotokolle-ab-1996/107-daet-2004/zu-punkt-vi-der-tagesordnung-taetigkeitsbericht-der-bundesaerztekammer/sonstiges/begutachtung-der-rueckfuehrungsfaehigkeit-von-auslaendern/

Der Hamburger Flüchtlingsrat fordert, dass die menschenrechtswidrige Abschiebung von Herr A., der am Montag Morgen von Hamburg aus zum Abschiebeflughafen, voraussichtlich nach Berlin, verbracht und von dort abgeschoben werden soll, sofort ausgesetzt wird. Das Leben von Herrn A. ist, sollte die Abschiebung durchgeführt werden, akut gefährdet. Auch angesichts der Tatsache, dass sich bereits vor kurzer Zeit ein afghanischer Geflüchteter, der im Hamburger Abschiebegewahrsam/-gefängnis inhaftiert war und sich in einer ähnlichen medizinischen Situation befand, nach der Abschiebung das Leben genommen hat, muss die Abschiebung von Herrn A. sofort gestoppt werden. Alles andere wäre unverantwortlich und muss als das Leben von Herr A. gefährdend eingestuft werden.

Der Hamburger Flüchtlingsrat fordert zudem, dass die Rolle der Hamburger Innen- und Justizbehörde bei dieser menschenrechtswidrigen Abschiebung eins schwer kranken und suizidgefährdeten Geflüchteten, deren Gefährdung durch die Trennung von seiner Familie in unverantwortliche Weise zugenommen hat, parlamentarisch untersucht wird. Insbesondere auch die Tatsache, unter welchen Herr A. nach Hamburg verbracht und sehr wahrscheinlich auch wieder abtransportiert wird, und dass Herr A. im Hamburger Abschiebegewahrsam/gefängnis keine für ihn existentiell wichtigen Medikamente erhalten hat, muss Gegenstand der Untersuchung sein.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie von:
Rechtsanwältin Bernice Böhlo, Berlin, Tel.: Tel: 030 247 240 90, Fax: 030 283 909 91
info@aufenthaltundsoziales.de
Franz Forsmann, Hamburger Flüchtlingsrat, Tel.: 015151434430
Allgemeinmediziner Ernst Soldan, Tel.: 01751629450

Mit freundlichen Grüßen

Franz Forsmann
Flüchtlingsrat Hamburg e.V

Erhalten per Mail via Fluchtliste: Aktuelle Zahlen zur Rechtswidrigkeit von Abschiebungshaftanordnungen (Stand 15.11.2018)

November 18, 2018

Und hoppla-hop geht`s munter weiter, hier meine aktuellen Zahlen zur Rechtswidrigkeit von Abschiebungshaftanordnungen (Stand 15.11.2018):

Insgesamt habe ich seit 2001 bundesweit 1.675 MandantInnen in Abschiebungshaftverfahren vertreten.

832 dieser MandantInnen (dh knapp 50 %) wurden nach den hier vorliegenden rechtskräftigen Entscheidungen rechtswidrig inhaftiert (manche „nur“ einen Tag, andere monatelang).

Zusammengezählt kommen auf die 832 MandantInnen einundzwanzigtausendachthundertvierundfünzig (in Zahlen: 21.854) rechtswidrige Hafttage (das sind knapp 60 Jahre rechtswidrige Inhaftierungen!). Im Durchschnitt befand sich jeder/r Mandant/in knapp 4 Wochen (26,3 Tage) zu Unrecht in Haft.

Gruselig! Mindestens ebenso gruselig ist, dass das augenscheinlich niemand juckt bzw zum Anlass nimmt, da mal genauer hinzuschauen!

Mit besten Grüßen

Peter Fahlbusch

Rechtsanwalt

Per Mail: Abschiebehaftbedingungen sollen massiv verschärft werden

November 6, 2018

Büren/Düsseldorf – Die schwarz-gelbe Landesregierung plant eine massive Verschärfung der Haftbedingungen für Abschiebehäftlinge. Am 7.11.2018 findet hierzu eine Anhörung im Landtag statt. Bereits im Vorfeld haben fast alle Experten Bedenken geäußert.

In einem 24-Seitigen Papier äußert der Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren massive Kritik an dem neuen Abschiebehaftvollzugsgesetz. Unter anderen ist auch ein Vereinsmitglied als Experte am 7.11.2018 im Integrationsausschuss des Landtages NRW geladen. Nicht nur der Verein sieht teilweise sogar verfassungsrechtliche Bedenken gegen das Gesetz.

So sieht das neue Gesetz z.B. eine einwöchige Zugangsuntersuchung vor. Während dieser Zeit kann der Hofgang, der Besitz von eigener Kleidung, die Teilnahme an Freizeit, Sportangeboten und Gottesdiensten, der Empfang von Besuchen, die Postverschickung, die Nutzung eines Telefons und der Empfang von Radio und Fernsehen verboten werden. „Damit wird den Gefangenen eine Woche lang untersagt, mit Flüchtlingshilfsorganisationen und Rechtsanwälten Kontakt aufzunehmen“, so Frank Gockel, Pressesprecher des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V. Dieses verstößt nach Auffassung des Vereins gegen die Rechtswegegarantie.

Aber auch der Verein selber wird in seiner Betreuungsarbeit durch das neue Gesetz massiv behindert. Die Betreuerinnen, die ausschließlich ehrenamtlich tätig sind, können die Betroffenen nur in den Nachmittags- und Abendstunden aufsuchen, da sie überwiegend berufstätig sind. Nun wird aber genau dieser Besuch in den Abendstunden, nach 19:00 untersagt. Ferner ermöglicht das Gesetz, dass die Dauer der Gespräche mit den Gefangenen begrenzt wird. Zudem können die Gespräche auch überwacht werden. Die Nutzung von Mobiltelefonen und Computern wird dem Verein faktisch unmöglich gemacht. „Der Gesetzesentwurf will offensichtlich erreichen, dass NGO´s weniger Einblick in die Gegebenheiten und Abläufe der Abschiebehaftanstalt Büren bekommen. Nur so lassen sich die Einschränkungen erklären, die eine effektive Betreuungsarbeit fast unmöglich machen.“

Der Verein schlägt dem Gesetzgeber vor, ein unabhängiges Beschwerdemanagement einzurichten. „In den letzten Monaten gab immer wieder Berichte über Missstände. Anstatt nun eine ‚offene‘ Einrichtung zu schaffen, erzeugt der Gesetzgeber eine Atmosphäre, welche die Vertuschung erleichtert“, so Gockel. Seine Idee ist es, eine Stelle, z.B. bei einem Wohlfahrtsverband zu schaffen, von der unbehindert die Gefangenen besucht werden können. Diese Beschwerdestelle soll sich als Vermittler zwischen Gefangenen, Personal und Öffentlichkeit verstehen, Beschwerden aller Beteiligten aufnehmen, nach Lösungsansätzen suchen und gegebenenfalls dem Beirat, dem Ministerium und der Öffentlichkeit berichten.

Als Anlage übersenden wir Ihnen unsere Stellungnahme zur Anhörung zum neuen Abschiebungshaftvollzugsgesetz NRW.

Das Gesetz selber und weitere Stellungnahmen finden Sie hier:

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/Webmaster/GB_II/II.2/Suche/Landtagsdokumentation_ALWP/Suchergebnisse_Ladok.jsp?wp=17&view=berver&w=native%28%27%28+%28vtyp+%3D+%27%271%27%27%29+AND+%28reihnr+%3D+%27%270100%27%27%29+%29+AND+%28+%28nummer%2Cgn+phrase+like+%27%271702962%2F0100%27%27%29+and+%28ev+%3D+%27%27g%27%27%29+%29+%27%29

_____________________________________________

Frank Gockel
Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.

Remminghauser Str. 47
32760 Detmold

Tel.: 0 52 31 – 60 10 89
Mobil: 01 71-475 92 40
Fax: 0 52 31 – 60 10 85

e-Mail: Gockel@gegenAbschiebehaft.de
Internet: http://www.gegenAbschiebehaft.de

Per Mail: Erfolgreicher Widerstand – kurdischer Aktivist nicht abgeschoben

Oktober 26, 2018

nach einer abgebrochenen Abschiebung in München nun ein weiterer Erfolg
im Frankfurter Flughafen bei Abschiebung mit Adria Airlines nach Sofia:

https://anfdeutsch.com/aktuelles/erfolgreicher-widerstand-kurdischer-aktivist-nicht-abgeschoben-7373

Der Aktivist Ramazan A. hat aus eigener Kraft erreicht, dass seine für
heute geplante Abschiebung nach Bulgarien nicht durchgeführt wird. Der
Kurde leistete Widerstand, daraufhin entschied die Fluggesellschaft, ihn
nicht auszufliegen.

inzwischen gibt es Informationen zu den schrägen Abläufen im Hintergrund:

https://anfdeutsch.com/aktuelles/mysterioese-briefe-vom-ingolstaedter-gericht-in-tuerkischer-sprache-7377

Mysteriöse Briefe vom Ingolstädter Gericht in türkischer Sprache

Im Fall der kurdischen Aktivisten Ramazan A. und Yüksel T. hat das
Amtsgericht Ingolstadt die Ankündigung der Überstellung nach Frankfurt
zur Abschiebung nach Bulgarien in türkischer Sprache verfasst. Der
Anwältin wurden die Termine nicht mitgeteilt.
_______________________________________________

Flüchtlingsrat Nds. – Aufruf: Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!

August 28, 2018

Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt. Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir … weiterlesen Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!

www.nds-fluerat.org/33961/aktuelles/fuer-eine-offene-und-freie-gesellschaft-solidaritaet-statt-ausgrenzung/

Deutsch

Oktober 19, 2012

Im Wortlaut übernommen aus dem Blog „Protest Uchodzków“:

Deutsch.

Hungerstreik von 73 Menschen in polnischen Abschiebeknästen
63 Menschen, die in geschlossenen Zentren für Migrant_innen in Białystok, Biała Podlaska, Przemyśl und Lesznowola untergebracht sind, haben sich entschlossen, gleichzeitig in Hungerstreik zu gehen. Es ist nicht das erste Protestversuch von Migrant_innen, aber das erste Mal, dass Informationen darüber an die Öffentlichkeit geraten. Bisher wurden Streikende in Isolationshaft gesteckt und auf verschiedene Weise bestraft, ohne dass jemand was davon mitgekriegt hätte.
Die Inhaftierten fordern unter anderem das Recht auf Information in einer für sie verständlichen Sprache, das Recht auf Kontakt mit der Außenwelt, das Recht auf medizinische Behandlung, Bildung für inhaftierte Kinder und Minderjährige, die Einhaltung von Kinderrechten, die Verbesserung von sozialen Zuständen in den Anstalten, ein Ende von Missbräuchen und Gewalt, sowie das Ende der Kriminalisierung von Inhaftierten.
Die Migrant_innen haben beschlossen, zusammen in allen geschlossenen Zentren in Polen zu streiken, in der Hoffnung, dass ihre Stimme nicht ignoriert oder von der Knastleitung unterdrückt wird.
Bereits im August 2008 haben 21 Georger_innen in Biała Podlaska gegen die Langwierigkeit der Prozeduren protestiert. In 2010 gingen 37 Migrant_innen in Przemyśl in Hungerstreik, um für bessere Bedingungen und medizinische Behandlung zu kämpfen. Im Dezember 2009 unternahmen ca. 200 Tschtschenen_innen und Georger_innen eine Zugfahrt nach Strasburg zum Sitz des Europäischen Rates und Parlaments. Sie wollten gegen die europäische Migrationspolitik protestieren. Auf Transparenten, die sie aus den Fenstern des Zuges hängten war zu lesen, dass sie vor Verfolgungen flüchten, Hilfe brauchen und fordern, dass man erkennt, dass sie auch Menschen sind. Sie wurden jedoch bereits an der polnisch-deutschen Grenze angehalten. Darüber hinaus kommt es in den polnischen Zentren regelmäßig zu individuellen Streiks, die einerseits totgeschwiegen, andererseits von den Wachen brutal unterdrückt werden.
Die Inhaftierten, die sich für den Hungerstreik als Form des Protests in den polnischen geschlossenen Zentren für Migrant_innen entschlossen haben, stellen folgende Forderungen:
Wir fordern das Recht auf Information die klar in einer für uns verständlichen Sprache verfasst ist und das Recht auf Information zu den beschlossenen Maßnahmen und Anordnungen während des Aufenthaltes in den Zentren. Dies umfasst auch die Information über die Möglichkeiten zur Aufhebung der verfügten Haftmaßnahmen. Dieses Recht ist im Ausländerschutzgesetz Art. 89b und 89c festgelegt. In Wirklichkeit wird lediglich die Belehrung und Verordnung des Gerichts und nicht deren Begründung übersetzt. Dies erschwert eine Klage gegen diese Verordnung immens und verursacht, dass es uns unmöglich ist von uns zustehenden Rechten Gebrauch zu machen. Manchmal wird sogar die Zeit zum Lesen der im Haft geltenden Vorschriften beschränkt. Nur selten haben wir Zugang zu eine_r professionellen Übersetzer_in sowohl bei der Aufnahme in die Haftanstalt, wie auch während einer medizinischer oder psychologischer Untersuchung.
Wir fordern das Recht auf den Kontakt mit der Außenwelt in privaten und juristischen Angelegenheiten, mit NGOs und internationalen Organisationen die sich mit Migrant_innenschutz befassen (nach Art. 89a des Ausländerschutzgesetzes). Zudem gibt es in den Zentren keinen Zugang zu Telefonbüchern und Internet, was das Stellen von Anträgen deutlich erschwert.
Wir fordern das Recht auf eine gute medizinische Behandlung, fachliche Untersuchungen, psychologische Beratung und die Anwesenheit eine_r Übersetzer_in während der Untersuchungen und bei der Regelung aller Formalitäten in medizinischen Kliniken.
Wir fordern das Recht auf Bildung, die nach Art. 70 der Verfassung und Art. 15 pkt. 1 des Bildungsgesetzes jedem und jeder zusteht. Alle Personen, die die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben, unterliegen der Schulpflicht. Alle Kinder, die sich auf dem Gebiet  Polens aufhalten, d.h. auch alle Kinder, die sich in Polen illegal aufhalten, unterliegen ohne Rücksicht auf ihren rechtlichen Status der Schulpflicht bis zum Abschluss des Gymnasiums. In Wirklichkeit ist das Recht auf Bildung in den Haftanstalten eher illusorisch. Sie gewähren Kindern und Jugendlichen kein vom Bildungsgesetz gefordertes Recht auf Bildung.
Wir fordern das Einhalten von Kinderrechten
Kinder vertragen das Leben in geschlossenen Zentren besonders schlecht. In den Haftanstalten für Migrant_innen herrscht eine gefängnisähnliche Ordnung, sowohl Erwachsene wie auch Kinder werden wie Verbrecher_innen behandelt. Der einzige Schein von Freiheit sind zeitlich begrenzte Freigänge auf einem von einer hohen Mauer umringtem Platz. Die Bedingungen, in denen Kinder inhaftiert sind, verletzen Art. 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention in Bezug auf Kinder und die Beschlüsse der Kinderrechtskonvention in Bezug auf das Recht auf Selbstentfaltung, Freiheit, Gesundheitspflege, Erholung und Freizeit. Wir fordern die Einstellung von Inhaftierungen von Kindern in geschlossenen Zentren.
Wir fordern die Verbesserung von sozialen Zuständen in den Anstalten. Wir erwarten dass die Spezifik unserer Bräuche, des Glaubens und kultureller Identität berücksichtigt wird und dass Zustände erschaffen werden, die uns vor dem Gefühl von der Demütigung und Diskriminierung schützen. Wir erwarten, dass unsere Verschiedenheit von der lokalen Gemeinschaft respektiert wird.
Wir fordern das Ende von Missbräuchen
Tagtäglich kommt es in praktisch allen Anstalten zu zahlreichen Missbräuchen. Psychische Gewalt und Erpressung sind Alltag, es gab Fälle von physischer Gewalt und sexueller Nötigung an Frauen. Die Strafen für das Nichteinhalten von Vorschriften sind übermäßig – für den kleinsten Regelbruch kann man in Isolationshaft gebracht werden Es gab Fälle in denen Matratzen tagsüber aus den Räumen entfernt, Telefone beschlagnahmt, der Verkauf von Nahrung abgelehnt, das Rauchen völlig untersagt wurde etc. Selbst Kinder bleiben nicht von Strafen verschont. In einem der Zentren erhielten die Kinder ein zweiwöchiges Verbot für die Nutzung des Freizeitraumes, weil sie ein Spielzeug kaputtgemacht hatten. Der Freizeitraum ist der einzige halbwegs angenehme Ort für sie. Die Angestellten nutzen die Tatsache aus, dass keine Informationen über die Ereignisse in den Zentren über ihre Mauern gelangen. Die Geschädigten schweigen über die Missbräuche aus Angst vor Ablehnung ihrer Anträge.
Wir Fordern das Ende der Kriminalisierung von Migrant_innen
Dem Gesetz nach wird die Haft über Migrant_innen nicht als Strafmaßnahme verfügt, sondern um ihren Aufenthaltsort zu kontrollieren. Wir haben keine Straftaten begangen und stellen keine Gefahr für die Sicherheit des Staates und der Bürger_innen dar. Die geschlossenen Zentren unterscheiden sich in keiner Weise von Gefängnissen: vergitterte Fenster, Stacheldraht, hohe Mauern und gefängnisähnliche Ordnung, kein Recht auf Therapie und Bildung brechen auf offensichtliche Weise unsere Grundrechte und vertiefen das Trauma, das viele von uns in ihren Heimatländern erfahren haben.
Im Sinne von Art. 88 des Ausländerschutzgesetzes dürfen Migrant_innen, deren psychischer und physischer Zustand die Vermutung erweckt, sie hätten Gewalt erfahren, auf keinen Fall in Geschlossenen Zentren einquartiert werden. In Wirklichkeit wird unsere psychische Gesundheit nicht sorgfältig genug überprüft. In jedem Zentrum befinden sich Menschen (darunter Kinder), die unter posttraumatischen Stresserscheinungen leiden.
„(…)Die Prozedur, nach der Menschen in geschlossenen Zentren oder Abschiebehaft untergebracht werden, enthält keine Kriterien, nach denen sie in diese eingewiesen werden. Dies ist inakzeptabel, weil der Freiheitsentzug die höchste Maßnahme ist, die nur in besonders schweren Fällen von Gesetzesbruch oder Störung öffentlicher Ordnung eingesetzt werden sollte.
Der Bericht zeigt auch, dass Gerichte nur ungern die Aufhebung des überwachten Aufenthaltes in geschlossenen Zentren oder Abschiebehaft genehmigen. Die internationale Rechtsprechung besagt, dass ein mehr als viermonatiger Aufenthalt in den Zentren oder Haft meist nicht zu rechtfertigen ist (Beschluss des Internationalen Gerichtshofs Nr. 794/1998, U.N. Doc. CCPR/C/74/D/794/1998). Dies lässt Polen in einem sehr ungünstigen Licht dastehen und das Land könnte wegen Menschenrechtsverletzungen international zur Verantwortung gezogen werden.
Ein weiteres Problem ist, dass die Verordnung über den Aufenthalt in einem geschlossenen Zentrum oder Abschiebehaft nach Ablauf quasi automatisch verlängert wird. Auch ein laufendes Asylverfahren, das eine eventuelle Abschiebung verhindert, fließt in keiner Weise in die Entscheidung der Gerichte ein. Sie schenken der tatsächlichen Lage der Ausländer_innen keine Achtung und beschränken sich lediglich darauf, bereits erlassene Verordnungen im selben Wortlaut zu wiederholen.
Als nächstes ist es nötig, die Situation der Ausländer_innen, die die geschlossenen Zentren oder die Abschiebehaft verlassen, ins Auge zu nehmen. Auf Grundlage des aktualisierten Gesetzes stehen ihnen nach dem Einreichen eines Wiederaufnahmeantrags für das Asylverfahren finanzielle Leistungen zu. Diese sind jedoch für einen selbstständigen Unterhalt in Polen völlig unzureichend. Hinzu kommt, dass Ausländer_innen sofort nach der Entlassung eine Unterkunft finden müssen. Dies gestaltet sich aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse und diversen anderen Schwierigkeiten im Alltag jedoch sehr problematisch. Wörtlich besagt das Gesetz, das die Geldleistungen nur Menschen zustehen, die außerhalb der Zentren wohnen. Das ist ein untragbarer Zustand, der zu Wohnungslosigkeit führen kann.
Aufgrund der oben genannten Tatsachen sind Änderungen nötig, die den Ablauf effizienter machen. Damit würde Polen auch seiner Pflicht nach Achtung der Menschenrechte entgegenkommen.”
Bericht über die Realisierung der Dublin II-Verordnung in Polen, Halina Nieć-Rechtshilfezentrum

Rechtsgrundlage für Abschiebehaft

Oktober 4, 2011
Amplify’d from dejure.org

Aufenthaltsgesetz

    Kapitel 5 – Beendigung des Aufenthalts (§§ 5062)    
    Abschnitt 2 – Durchsetzung der Ausreisepflicht (§§ 5762)    

Gliederung

§ 62
Abschiebungshaft

(1) Ein Ausländer ist zur Vorbereitung der Ausweisung auf richterliche Anordnung in Haft zu nehmen, wenn über die Ausweisung nicht sofort entschieden werden kann und die Abschiebung ohne die Inhaftnahme wesentlich erschwert oder vereitelt würde (Vorbereitungshaft). Die Dauer der Vorbereitungshaft soll sechs Wochen nicht überschreiten. Im Falle der Ausweisung bedarf es für die Fortdauer der Haft bis zum Ablauf der angeordneten Haftdauer keiner erneuten richterlichen Anordnung.

(2) Ein Ausländer ist zur Sicherung der Abschiebung auf richterliche Anordnung in Haft zu nehmen (Sicherungshaft), wenn

1. der Ausländer auf Grund einer unerlaubten Einreise vollziehbar ausreisepflichtig ist,
1a. eine Abschiebungsanordnung nach § 58a ergangen ist, diese aber nicht unmittelbar vollzogen werden kann,
2. die Ausreisefrist abgelaufen ist und der Ausländer seinen Aufenthaltsort gewechselt hat, ohne der Ausländerbehörde eine Anschrift anzugeben, unter der er erreichbar ist,
3. er aus von ihm zu vertretenden Gründen zu einem für die Abschiebung angekündigten Termin nicht an dem von der Ausländerbehörde angegebenen Ort angetroffen wurde,
4. er sich in sonstiger Weise der Abschiebung entzogen hat oder
5. der begründete Verdacht besteht, dass er sich der Abschiebung entziehen will.

Der Ausländer kann für die Dauer von längstens zwei Wochen in Sicherungshaft genommen werden, wenn die Ausreisefrist abgelaufen ist und feststeht, dass die Abschiebung durchgeführt werden kann. Von der Anordnung der Sicherungshaft nach Satz 1 Nr. 1 kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn der Ausländer glaubhaft macht, dass er sich der Abschiebung nicht entziehen will. Die Sicherungshaft ist unzulässig, wenn feststeht, dass aus Gründen, die der Ausländer nicht zu vertreten hat, die Abschiebung nicht innerhalb der nächsten drei Monate durchgeführt werden kann. Ist die Abschiebung aus Gründen, die der Ausländer zu vertreten hat, gescheitert, bleibt die Anordnung nach Satz 1 bis zum Ablauf der Anordnungsfrist unberührt.

(3) Die Sicherungshaft kann bis zu sechs Monaten angeordnet werden. Sie kann in Fällen, in denen der Ausländer seine Abschiebung verhindert, um höchstens zwölf Monate verlängert werden. Eine Vorbereitungshaft ist auf die Gesamtdauer der Sicherungshaft anzurechnen.

(4) Die für den Haftantrag zuständige Behörde kann einen Ausländer ohne vorherige richterliche Anordnung festhalten und vorläufig in Gewahrsam nehmen, wenn

1.
der dringende Verdacht für das Vorliegen der Voraussetzungen nach Absatz 2 Satz 1 besteht,
2.
die richterliche Entscheidung über die Anordnung der Sicherungshaft nicht vorher eingeholt werden kann und
3.
der begründete Verdacht vorliegt, dass sich der Ausländer der Anordnung der Sicherungshaft entziehen will.

Der Ausländer ist unverzüglich dem Richter zur Entscheidung über die Anordnung der Sicherungshaft vorzuführen.

Read more at dejure.org