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PRESSEMITTEILUNG – Mit der Bitte um Veröffentlichung

Berlin, den 13. April 2017. In einem Essener vom Bistum Essen renovierten
Pfarrhaus werden ab Mai zwei Jesuiten mit Flüchtlingen zusammen leben, am
22. April ist dort Tag der offenen Tür. Bereits im Herbst 2016 hatte der
Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS (Jesuit Refugee Service) mit der Übernahme
der Asylsozialberatung für rund 160 Asylsuchende in einer Unterkunft der
Stadt München und einer Kooperation mit der Hochschule für Philosophie
München sowie dem Institut für Gesellschaftspolitik seine Tätigkeit in
Deutschland erheblich erweitert.

In die Hausgemeinschaft werden Pater Ludger Hillebrand SJ und Pater Lutz
Müller SJ sowie bis zu acht Flüchtlinge einziehen. Damit kehren die
Jesuiten nach Essen zurück – auf Wegen, die für die deutsche Provinz neu
und ungewöhnlich sind. Provinzial Stefan Kiechle SJ hatte die beiden
Jesuiten für das Projekt angesprochen. Pater Hillebrand SJ war bis 2016
als JRS-Seelsorger in der Abschiebungshaft in Berlin tätig, Pater Müller
SJ war Leiter der Glaubens- und Lebensberatung „Offene Tür“ in Mannheim.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hatte die Idee mit tatkräftiger
Unterstützung aufgenommen, auch die örtliche Pfarrei St. Antonius konnte
sich dafür begeistern. Bistum und Pfarrei haben ein ehemaliges Pfarrhaus
für die Hausgemeinschaft renoviert. „Wir können das Projekt nicht im
Vorfeld ganz durchplanen, schließlich sollen sich auch die Flüchtlinge
einbringen“, sagt Hillebrand. Die Jesuiten sind bereit, die nächsten Jahre
dort zu verbringen. Für unbegleitete junge Geflüchtete, die mit der
Volljährigkeit die betreuten Jugendeinrichtungen verlassen müssen, kann
das Abuna-Frans-Haus ein Übergang sein. „Hier könnten Menschen einziehen,
die ihr Asylverfahren abgeschlossen haben und von hier aus die nächsten
Schritte in ein eigenständiges Leben organisieren“, sagt Pater Müller.

Gewidmet ist das Haus dem 2014 in Homs ermordeten Jesuiten Frans van der
Lugt SJ, nach dem der Jesuiten-Flüchtlingsdienst auch sein jüngstes
Projekt in München benannt hat. Abuna Frans, Pater Frans, wurde der
niederländische Jesuit in seiner syrischen Wahlheimat genannt. „In Syrien
hat er Menschen unterschiedlichen Glaubens, Herkunft und politischer
Ansichten zusammengebracht. Das möchten wir auch tun. Der interreligiöse
Dialog ist uns dabei besonders wichtig“, betont Pater Müller.

Der Tag der offenen Tür am 22. April beginnt um 10 Uhr mit einem
Gottesdienst im Abuna-Frans-Haus an der Frohnhauser Straße 400. Ab 11 Uhr
kann das (noch nicht bezogene) Haus besichtigt werden.

Kontakt: Pater Ludger Hillebrand SJ, 0178 / 834 31 36
Email: ludger.hillebrand@jesuiten.org, lutz.mueller@jesuiten.org
Für Rückfragen zum „Frans-van-der-Lugt-Projekt“ in München, für das der
Jesuiten-Flüchtlingsdienst, die Hochschule für Philosophie München und das
Institut für Gesellschaftspolitik gemeinsam mit geflüchteten Menschen
kooperieren, wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.

Der Jesuit Refugee Service (Jesuiten-Flüchtlingsdienst, JRS) wurde 1980
angesichts der Not vietnamesischer Boat People gegründet und ist heute als
internationale Hilfsorganisation in mehr als 50 Ländern aktiv. In
Deutschland ist der Jesuiten-Flüchtlingsdienst für Asylsuchende,
Abschiebungsgefangene und Flüchtlinge im Kirchenasyl tätig und setzt sich
für sog. Geduldete und Menschen ohne Aufenthaltsstatus („Papierlose“) ein.
Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Seelsorge, Rechtshilfe und politische
Fürsprache.

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