Luke Holland remembering

Per Mail via [refugeeresistanceberlin]

„WEITERLEITUNG:
Luke Holland in Gedenken / Remembering.
Vor einem Jahr in Berlin-Neukölln von einem Nazi ermordet!

One year ago he was killed by a Nazi in Berlin-Neukölln!

Kundgebung:

Dienstag 20. September 2016 um 18 Uhr

Karl-Marx-Straße/Ringbahnstraße (S/U Neukölln)
https://www.facebook.com/events/706152642866578

—– english below —–

Wir rufen zu einer Gedenkkundgebung für Luke Holland auf. Er wurde vor

einem Jahr, am 20.09.2015, in der Neuköllner Ringbahnstraße aus nächster

Nähe heimtückisch mit einer Schrotflinte erschossen. Luke Holland war

Brite, 31 Jahre alt und wohnte erst seit kurzer Zeit in Berlin. Er kam

gerade aus der Kiezkneipe „Del Rex“ – einer Bar, in der sich vor allem

ein internationales, junges Publikum tummelte.

Das gefiel dem Nachbarn Rolf Z. nicht, der der vorigen rechtslastigen

Rockerkneipe nachtrauerte. Er beschwerte sich über die vielen Ausländer

in der Bar und dass dort kaum noch Deutsch gesprochen werde. Rolf Z. ist

im Juli wegen des Mordes an Luke Holland zu knapp 12 Jahren Haft

verurteilt worden. Er hatte die Tatwaffe kurz nach dem Mord bei einer

Verwandten versteckt. Seine Wohnung war voller Nazi-Devotionalien, einer

Fahne der verbotenen Neonaziband Landser, diversen Waffen und einem Kilo

Schwarzpulver. Er äußerte sich häufiger verächtlich über die Ausländer

im Kiez, laut Zeugenaussagen stand er der NPD nahe. Ein rassistisches

Motiv wollten Richter und Staatsanwälte trotzdem nicht erkennen. Sie

haben den Mordprozess komplett entpolitisiert, aus Rolf Z. einen

Alkoholiker mit Sammelleidenschaft gemacht und im Prozess einen „Mord

ohne Motiv“ entstehen lassen. Auch einem möglichen Zusammenhang zum Mord

an Burak Bektas wurde nicht weiter nachgegangen.

Die Kneipe „Del Rex“ hat mittlerweile geschlossen. Der Besitzer kommt

mit den Folgen des Mordes nicht gut zurecht. Es ist unschwer zu

erkennen, dass rechte Gewalttaten nicht nur auf die direkt Betroffenen

wirken, sondern weit darüber hinaus Angst und Schrecken verbreiten. Um

dem etwas entgegenzusetzen, dürfen solche Taten nicht unwidersprochen

bleiben. Unter uns ist ein brutaler Mord geschehen, mitten im

sogenannten Szene-Kiez Neukölln, vor einer der vielen angesagten

Kiezkneipen – verübt von einem Nazi. Das ist nicht nur ein rechter Mord

an einem unschuldigen Menschen, sondern ein Anschlag auf unsere

Lebensvorstellungen, auf eine offene und antirassistische Gesellschaft.

Das darf weder ignoriert noch vergessen werden!

Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen – gegen Rassismus und rechte

Gewalt hier in Neukölln und überall sonst! Zeigen wir unsere Solidarität

mit den Betroffenen der Tat und den Angehörigen von Luke Holland! Zeigen

wir Ihnen, dass sie nicht alleine stehen!

Gegen die Ignoranz und das Schweigen!

Kein Vergeben, kein Vergessen! Keine weiteren Morde!

Bringt Blumen mit!

Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş

http://burak.blogsport.de

burak-initiative [at] web.de

20th of September 2016 – 6 pm

Karl-Marx-Straße/Ringbahnstraße (S/U Neukölln)
We are calling for a rally to remember and remind of Luke Holland. One

year ago, on Sept. 20th 2015, he was killed in Ringbahn Street near

S-Bahn Neukölln. The murderer shot him at close range with a salve fired

from a shotgun with no chance for Luke to react or run. Luke Holland was

a British citizen, 31 years of age, who had moved to Berlin not long

before being murdered. On the night, he had just left local bar “Del

Rex“ – a place where a mostly young and international crowd assembled.

This was not to the liking of neighbor Rolf Z., who had frequented the

former right wing rock club at the same location. In the bar, Del Rex,

Rolf Z. had complained about the many foreigners and that there was

hardly any German spoken there any longer. Two months ago, in July 2016

Rolf Z. was sentenced to 11 years and 7 months for murdering Luke

Holland. After the murder he had hidden the shotgun used for the killing

at a relative’s apartment. In Rolf Z.’s apartment the police found a

room filled with Nazi materials, Hitler posters, a flag of the illegal

Neo-Nazi band “Landser”, various weapons and two pounds of black powder.

In the neighborhood Rolf Z. had talked in fowl language about

foreigners. Witnesses mentioned his leanings toward the neo-fascist NPD

party.

Neither the state prosecutor nor the judge wanted to recognize a racist

motivation of the deed. During the process they refused to see any

political content of the killing, made a habitual drinker and collector

out of Rolf Z. and thus in the court hearings a „murder without motive“

evolved. Also, the connections to a second, unsolved, possibly racist

murder in Neukölln, the murder of Burak Bektas in April of 2012, was not

followed up on.

The bar of “Del Rex“ closed permanently some months after the murder.

It’s owner could not get over the murder. It is easy to recognize that

right wing violence leaves marks not only on the murdered, the beaten

up, but also on everybody around witnessing the deeds and feeling the

fear and terror. We have to stand up and raise our voices against such

deeds. Among us, in the midst of the Neukölln party-going, leftist,

international crowd in front of one of our bars a brutal murder has

happened – and the killer was a Nazi. This is not only a right wing

murder against somebody completely innocent, but also an attack on our

way of living, against an open, anti-racist society. This can not be

ignored nor forgot about!

Let’s take to the streets – against racism and right wing violence here

in Neukölln and everywhere! Let’s show our solidarity with the attacked

and murdered Luke Holland, his friends and relatives! Let us show, that

they are not alone!

Stand up against ignorance and silence!

No forgiveness, no forgetting! No more murders!

Bring flowers along!

Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş

http://burak.blogsport.de

burak-initiative [at] web.de

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