Freiwillige Helfer retten Flüchtlinge: Die Geschichte eines Bildes – taz.de

Martin Kolek wollte keine Menschen aus dem Wasser fischen. Dann hielt er ein totes Kind in den Händen. Er ist einer von vielen.VON CHRISTIAN JAKOB

Kolek und das Kind Foto: dpa
Das Geräusch war hoch, ganz hoch. Es durchdrang den Wind und die Motorengeräusche und das Rauschen der Wellen. Martin Kolek kam nicht darauf, was es sein könnte, das wunderte ihn, er kennt sich mit Tönen aus, als Musiktherapeut in Ostwestfalen. Es klang wie Höhen von Technomusik, doch niemand würde hier Musik laufen lassen, inmitten der Kriegsschiffe, Hubschrauber und abdriftenden Rettungsinseln.
Martin Kolek fuhr zwischen ihnen in seinem Boot umher, auf der Suche nach den Ertrunkenen, denen er schnell Rettungswesten an die Beine band, damit sie nicht im Meer versinken. Selbst dabei konnte er dieses Geräusch nicht ignorieren. Und es dauerte bis er merkte, dass es die Seilwinde war, auf dem italienischen Kriegsschiff Vega, die das Netz hochzog, trotz Windstärke vier. Wie bei einem Trawler, der seinen Fang einzieht, doch in dem Netz waren keine Fische, es waren die Leichen, die Kolek, der Musiktherapeut aus dem Sauerland, vor dem Untergehen mit Schwimmwesten markiert hatte. …

http://m.taz.de/Freiwillige-Helfer-retten-Fluechtlinge/!5306813;m/

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